DIE REGIONEN SARGANSERLAND UND WERDEN- BERG IM HERBST 1918 / CLAUDIO STUCKY zirksarzt Grämiger und der Gemeinderat von Seve- len forderten die Bevölkerung auf, sogar auf die tra- ditionelle «Türgga-Hülschete» zu verzichten, weil beim gemeinsamen Entblättern der Maiskolben im- mer viele Leute auf engem Raum zusammenkamen. Bei so vielen Erkrankungen wurde der Mangel an Pflegepersonal immer grösser. Viele der Pflegenden wurden dabei selber krank, einige von ihnen be- zahlten ihren Einsatz gar mit dem Leben, ebenso Priester, welche die Kranken besuchten.53 Die Grippe traf alle Altersgruppen und Schichten. Die Bevölkerung war natürlich sehr beunruhigt und versuchte alles, um sich vor der Grippe zu schützen. Da es 1918 noch keinen Impfstoff gab,54 fanden ver- 46) Zahlen bei Lemmenmeier 2003, S. 13 und Gassner 1993, S. 23. 47) Amtliche Zahlen aus SL, SVZ und W&O. 48) SL, 23. August 1918 und vom 2. September 1918 49) W&O, 9. Oktober 1918. 50) SL, 23. August 1918. 51) W&O, 16. Oktober 1918. 52) W&O, 11. Oktober und 18. Oktober 1918. 53) Vgl. Gassner 1993, S. 24-25 und SL, 23. August 1918. 54) Ein solcher wurde erst 1929 entwickelte, nachdem das Virus endlich identifiziert werden konnte, vgl. Gassner 1993, S. 27. 
ütwt tat Stritt Der Bitter Brutf- ml Seriitsmlttlt Dilta, Biteftlm: Otto Halter Als 1918 die Spanische Grippe wütete, erkundigte sich der damalige Wangser Pfarrer Johann Künzle täglich bei den Schulkin- dern nach erkrankten Familienangehörigen. Er besuchte die Kranken und versorgte sie mit seinem speziellen Grippetee. Wangs hatte in der Folge keinen Grippetoten zu beklagen. Schülerinnen und Schüler aus Familien mit Grippekranken waren vom Schulbesuch dispen- siert. 
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