Apulisches rotfiguriges Ziegenkopfrhyton, dem Stoke-on-Trent-Maler ver- wandt, um 325 bis 300 vor Christus. Inv. Nr. 749. Herkunft und Erwerbungsdatum unbe- kannt. Höhe 18,7 cm; Dm. Mündung 10,1 cm. 
Mündungsrand, Henkel und Ohren der Ziege be- stossen. Oberfläche leicht abgerieben. Sonst intakt. Schwarzer, stumpfer Fir- nis. Beiger Ton. Spuren dunkelroter Lasur. Weisse Aufhöhung (stark ver- blasst) an Hörnern, Stirn- behaarung und Augäpfeln der Ziege, sowie für den Kranz, die Ohrringe und die Punkte auf der Haube des Frauenkopfes. 
Das Interesse am Sammeln von Antiken erlosch im Liechtensteinischen Fürstenhaus, so scheint es, mit dem Tod Johanns II. von und zu Liechtenstein (tll. Februar 1929). Dies bezeugen u. a. die zahl- reichen Veräusserungen antiker Terrakotten, Lam- pen, Vasen, Köpfe, Plastiken etc. insbesondere während des Zweiten Weltkriegs (1942/43) und in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts.27 Mit diesen Verkäufen verringerte sich neben dem Umfang auch die Qualität der Archäologischen Sammlung; so um- fasst die Fürstliche Antikensammlung heute nur noch zirka 118 zum grossen Teil einfache Stücke. Zur Dezimierung der Fürstlichen Antiken führte ferner die Verbringung eines Grossteils der Kunst- sammlungen in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs von der Galerie im Gartenpalais in der Rossau zu Wien nach Vaduz, da beim Transport ei- nige Stücke stark beschädigt wurden. Nach langwierigen Verhandlungen mit den Wie- ner Behörden und dem Innenministerium in Berlin erfolgte die Genehmigung zur Ausfuhr eines Teils der seit 1938 unter österreichischem Denkmalschutz stehenden Fürstlichen Kunstsammlungen im Herbst 1944.28 Dabei wurde angeordnet, dass die Objekte binnen dreier Jahre unvermindert nach Wien zurückkehren sollten.2<) Ungeachtet dessen wurden vereinzelt Kunstgegenstände nach dem Zweiten Weltkrieg veräussert, was schliesslich zu Spannun- gen zwischen dem Fürstenhaus und der Stadt Wien führte.30 Knapp 60 Jahre nach dem Transfer der Liech- tensteinischen Kunstsammlungen nach Vaduz wurde eine Auswahl herausragender Kunstwerke von Ma- lern wie Rubens, van Dyck oder Rembrandt in die Donaustadt zurückgeführt und in einer Daueraus- stellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So ist das restaurierte Palais Liechtenstein in Wien zur neuen Attraktion der Wiener Kunstszene avanciert. Die Liechtensteiner Bevölkerung kann sich jedoch damit trösten, dass das Zentraldepot der Kunstge- genstände und die Antikensammlung ihren Platz in Vaduz behalten haben, und somit auch in Zukunft Kunstobjekte unschätzbaren Wertes den Weg ins Kunstmuseum Liechtenstein finden werden. 94
        

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