DAS TODESDATUM 
DER TODESORT Was das Todesdatum angeht, so wird meist der 6. September 141616 genannt, daneben aber auch der 17. September 1416.17 In den Anmerkungen zu der Neuausgabe von Peter Kaiser hat Arthur Brunhart die Entscheidung offen gelassen.18 Aufgrund der Quellenlage, insbesondere der Aussage des Churer Nekrologs,19 ist der 6. September 1416 als das richti- ge Todesdatum anzusprechen. In dem Nekrolog wird über Bischof Hartmann gesagt: «D viij Jdus Magni confessoris, Anno domini M. ccccm . xvj. Jsta die obijt...» (an den VIII. Iden, am Fest des Bekenners Magnus, im Jahre des Herrn 1416, starb an diesem Tag ...). Die VIII. Iden des Septembers fallen ebenso wie das Fest des Heiligen Magnus auf den 6. Septem- ber. Am 6. September wurde auch die Jahrzeit für Bi- schof Hartmann gehalten.20 Es ist nicht bekannt, auf welche Quelle das Todes- datum des 17. Septembers zurückzuführen ist. Denk- bar wäre, dass die Begräbnisfeierlichkeiten in Chur am 17. September stattgefunden haben. Da Hart- mann IV. nicht in Chur gestorben ist, musste der Leichnam vom Sterbeort zunächst dorthin verbracht werden, ehe die Begräbnisfeierlichkeiten stattfinden konnten. Eine Frist von elf Tagen zwischen Tod und Begräbnis würde dem durchaus entsprechen. 
Schwieriger gestaltet sich aber die Festlegung auf den Todesort. Wir können dabei zunächst die irr- tümliche Angabe von Duri Campell übergehen, Hart- mann sei in Chur gestorben: «anno Domini 1416 obi- it Curiae, ubi etiam et sepultus est» (im Jahre des Herrn 1416 ist er in Chur gestorben, wo er auch be- graben ist).21 Campell hat diese unrichtige Angabe vermutlich aus der Existenz des Grabmals in Chur ge- folgert. Sonst wird in den Quellen angegeben, Hartmann sei «in Castro Sonnenberg» verstorben. Diese Anga- be ist jedoch ungenau, da es zwei Burgen des Namens Sonnenberg gibt, die hier in Frage kommen könnten: Sonnenberg in Vorarlberg22 und Sonnenberg im Thurgau.23 Ein Teil der oben genannten Autoren plä- diert für die Burg Sonnenberg in Vorarlberg als To- desort Hartmanns, ein anderer Teil für die Burg Son- nenberg im Thurgau, eine dritte Gruppe von Autoren hat die Frage überhaupt offen gelassen.24 Für Son- nenberg in Vorarlberg haben sich Grabherr2\ Ul- mer26 und Bilgeri27, für Sonnenberg im Thurgau May- er28, Diebolder29 und Clavadetscher30 ausgespro- chen. DIE ARGUMENTE FÜR SONNENBERG IN VORARLBERG Es sind zweifellos sehr starke Argumente, die für Son- nenberg in Vorarlberg sprechen. Es war Hartmann IV. gewesen, der vor 1410 die Burg und das Dorf Nü- ziders, die beide am 26. November 1404 in einer Feh- de von den Österreichern niedergebrannt worden waren, wieder aufgebaut und unter dem neuen Na- men Sonnenberg zu seiner Residenz gemacht hatte. 1412 vermachte er Sonnenberg seinem Stiefbruder Wolfhart IV. von Brandis. Sonnenberg in Vorarlberg war mit dem Wiederaufbau und der Umbenennung geradezu zu einem Markenzeichen für Hartmann IV. geworden. Was lag daher näher, als seinen überlie- ferten Sterbeort «in Castro Sonnenberg» mit Sonnen- berg in Vorarlberg gleichzusetzen? Das wohl stärkste Argument lieferte Bilgeri mit seinem Hinweis auf die 74
        

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