bunden, als dass die extern wohnenden Mädchen dann auch ein oder zwei Nächte - für die Dauer der Exerzitien - im Kloster schliefen. Während der Exerzitien durften die Mädchen nicht miteinander reden, was der einen oder anderen überaus schwer- fiel. Die Exerzitien bestanden aus Vorträgen von ex- ternen Geistlichen sowie dem regelmässigen Beten. In den Vorträgen nahmen die Geistlichen den Schü- lerinnen aus dem Religionsunterricht bekannte Themen auf wie «Wer ist Gott», «Himmel und Hölle» oder «Über die heilige Beichte». Aber auch Bekann- tes aus der Lebenskunde wurde angesprochen. So predigte einer der Vortragenden Ende der 1950er Jahre Zurückhaltung und Keuschheit, denn im Le- ben des Mädchens gäbe es nur zwei Männer: «meinten] Vater und der Vater meines Kindes».158 Im Gegensatz zu den Schülern an den staatlichen Schulen hatten die Mädchen an der Höheren Töch- terschule öfter schulfreie Tage. Am Institut St. Elisa- beth wurden nicht nur die katholischen, vom Staat vorgeschriebenen Feiertage gefeiert, während des Jahres kamen noch drei bis vier weitere hinzu. In den Anfangsjahren der Höheren Töchterschule fei- erte das ganze Kloster inklusive der Schülerinnen- gemeinschaft jedes Jahr den Namenstag der Pro-vinzoberin.159 
Nach der Seligsprechung von Maria de Mattias am 1. Oktober 1950 kam am Institut ein weiteres Fest im Jahresablauf hinzu, nämlich das «Fest unserer seligen Mutter Stifterin». In der Zeit zwischen Mitte und Ende Juni fand jeweils das Herz-Jesu-Fest statt, am 1. Juli folgte das Kostbar- Blut-Fest und am 19. November feierte das Institut den Namenstag ihrer Schutzpatronin, der heiligen Elisabeth von Thüringen.160 Die Schule gab den «Institütlerinnen» Werte mit auf ihren späteren Lebensweg, die sie an einer an- deren, staatlichen Schule nicht so ausgeprägt ver- mittelt bekommen hätten. In diesem Sinne unter- stützten die Schwestern am Institut jedoch nur die bereits von zu Hause bekannte katholische Grund- haltung der Schülerinnen und mögen sie auf die eine oder andere Weise durchaus verstärkt haben. Die Mädchen besuchten im Alter von 12 bis 17 Jah- ren die Höhere Töchterschule, also in einem Alter, in welchem sie durch die noch nicht endgültig vorhan- dene charakterliche Festigung nicht völlig unbeein- flusst von der alltäglichen «Sendung Gottes» bleiben konnten. Das zukünftige Leben als gute Mutter, Ehe- gattin und Hausfrau durchdrang den Unterricht und blieb so auch im Bewusstsein der Schülerinnen haf- Schwestern und Schüle- rinnen auf einer Reise nach Rom Mitte der 1950er Jahre. ~"" "*"-— \£ . v ~t ' , •».- - •, — "'S - -. 44
        

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