durch Sprengung erstellt werden. Die Passhöhe ist erreicht, hinter uns ist der Rhein, vor uns wieder das Saminatal. Über Weiden und Alpenrosenfelder geht's im Zickzack auf 2124 Meter hinauf zur höchs- ten Spitze, der Kuhgratspitze. Eine grossartige Fernsicht lohnt Mühe und Schweiss. Vom Innern der Schweiz bis tief hinein ins Tirol reicht das stei- nerne Alpenmeer, dessen einzelne Gipfel uns das Panorama nennt. Wie köstlich ist doch das von fröh- lichem Mahle gewürzte Rasten auf einer Felsenin- sel, wenn man tief unter sich die Sorgen und den Är- ger des Alltags weiss! Der Weg führt weiter über Fel- sentreppen und hölzerne Stiegen dem Grat entlang, bald um eine Kuppe herum zu den drei Schwestern hinauf und von da über Garsella und Älpele nach Amerlügen hinunter und bis Feldkirch hinaus, eine lohnende Bergpartie. Der höchste Berg ist der Naafkopf, der mit seinen 2574 Meter den Säntis überragt. Er ist der Nachbar des Falknis, des Dreiländersteins, auf dem sich die Schweiz, Österreich und Liechtenstein die bland rei- chen. Diesmal wandern wir in frühester Morgen- stunde von Gaflei über Silum nach Succa und durch baumgrünes Tal über taubeperlte Wiesen, Schutt- halden und Schneefelder in sechs Stunden zum Gip- fel hinauf. Wieder sind wir in eine Bergwelt hinein- gestellt von unvergleichlicher Pracht! Eispyramiden steigen auf in blauen Fernen wie Hochaltäre, an de- rem «grossen, stillen Leuchten» sich das Llerzens- feuer entzündet, ein glühendes Tedeum: «Herr, wie sind deine Werke so gross und viel!» Rotkreuz Kalender, 1929 206
        

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