die der Krieg geboren hat! Ohne Sinn für Kunst, ohne Geist und Bildung machen sie Paläste und Schlösser zu Wohnstätten der Barbarei! Noch manch freundliches Bild könnte im Tieflan- de gezeigt werden, wie der Schellenberg mit seinen malerischen Burgen und einem kleinen Frauenklös- terlein, - doch unser Sinn strebt aufwärts den Ber- gen zu, wo die Tannen rauschen und die Alpenrosen blühn! Wir kehren nach Vaduz zurück und steigen am Schlosse vorüber bergan. Trotz Waldesschatten herrscht die drückende Hitze eines Sommernach- mittags. Der Wald verlässt uns. Glutig brütet die Sonne. Der Schweiss perlt auf der Stirne. Mit einem tiefen «Gottlob!» betreten wir nach einer starken Stunde die kühle Wirtsstube im Rothenboden. Der Durst ist riesengross. Doch ein Gewitter steht am Himmel und mahnt zur Eile. Nach einer kleinen Stunde sind wir in Masescha, was soviel wie Maien- säss heisst. Ein kleines Gasthaus wird von zwei al- ten Damen geführt, in denen wir später sehr ge- scheite und gebildete Leute kennen lernten. Sie sind als Erzieherinnen ein gut Stück in der Welt herum- gekommen. Im Winter, so erzählten sie uns, sind sie 
die einzigen menschlichen Wesen da droben und müssen im Krankheitsfalle von selber wieder ge- sund werden, denn der Arzt in Vaduz ist zu weit ent- fernt, als dass er sich zu öftern Malen den Weg durch den tiefen Schnee dahinauf bahnen könnte. Das Kirchlein enthielt einmal ein Altarbild des St. Theodul. Alt und verblichen sollte es auf Wunsch des Landesfürsten durch einen berühmten Künstler aufgefrischt werden. Man hat es ihm geschickt, aber nie mehr zurückbekommen. Das Bild ist ver- schwunden. Wieder heisst es bergan. Endlich liegt vor uns das Alpenkurhaus Gaflei. Zwei Holzhäuser bieten Raum für 70 Personen. Dunkler Tannenforst bildet den stimmungsvollen Hintergrund. Im Vordergrunde hellgrüner Lärchenwald. Alpwirtschaft, im grossen Stile betrieben, versorgt das Hotel mit Milch und fri- scher Butter. Tausend Meter unter uns liegt die Rheinebene im Sonnenglanze. Da droben weht küh- ler Bergwind. Wer Gesellschaft liebt, hat reiche Aus- wahl unter Schweizern und Deutschen. Wer die Ein- samkeit liebt, findet sie ungesucht, «im Wald und auf der Heide». Der Nachmittag verlockt zum Wandern. Über blumenreiche Matten, unter alten Bergtannen, ©tum mit Staftuvi uns SalfuisS. 204
        

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