LIECHTENSTEIN IN ALTEN SCHILDERUNGEN NORBERT W. HASLER Noch ganz unter dem Eindruck der verheerenden Bilder der Rheinkatastrophe in Liechtenstein vom September 1927 steht der Reisebericht von J. Täsch- ler, Wanderungen in Liechtenstein, der im Schwei- zer Rotkreuz Kalender - Jahrbuch zur Belehrung und Unterhaltung für das Schweizervolk* - auf das Jahr 1929 erschienen ist. Die gelegentlichen histori- schen Ungereimtheiten, die sich da und dort einge- schlichen haben, wollen wir dem Autor wohlwollend nachsehen! WANDERUNGEN IN LIECHTENSTEIN Liechtenstein mit seinen 159 Quadratkilometer Land und beiläufig 10 000 Einwohnern, gehört zu den kleinsten souveränen Staaten der Welt. Man sagt, es sei bei der politischen Umgestaltung Europas im Wiener-Kongress 1815 vergessen wor- den. Der Grösse und Einwohnerzahl nach ent- spricht es dem Kanton Appenzell I.-Rh. Sein westli- cher Nachbar ist der Kanton St. Gallen, dessen schneegekrönten Berge mit dem Appenzellersentis uns grüssen. Der südliche Nachbar ist Graubünden, der ihm die Ausläufer seiner Alpen schenkte. Nörd- lich und östlich wird es vom österreichischen Vor- arlberg begrenzt. Landschaftlich und wirtschaftlich zerfällt es in zwei Teile: das Gebirge, das zur Rhäti- konkette gehört, und einige rühmenswerte Häupter aufweist, hier sind Viehzucht und Alpwirtschaft da- heim, - und die Rheinebene mit dem Schellenberg. Da gibt's wohl auch Riet und mageren Graswuchs, in der Hauptsache aber Obstbau, Weinbau, Getreide und Maisfelder, die im milden, geschützten Klima üppig gedeihen. Der Rhein ist des Landes Strom. Er hat das Land angeschwemmt, das die Menschen be- siedelten und bebauten. Aber nicht immer hat er sich als fürsorglicher Vater gezeigt, er kann auch furchtbar werden. So erinnere ich mich, dass an ei- nem von Regen und Sturm gepeitschten Herbst- abend in Feldkirch die Sturmglocken ertönten und die Feuerwehr an den Rhein fuhr, um gegen seine 
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