der», die einer intensiveren Betreuung bedurften.39 Hinzu kam die Hoffnung, der Staat würde die Be- zahlung der Schwestern übernehmen und so mehr Mädchen aus Liechtenstein den Schulbesuch an ih- rem Institut ermöglichen.40 Die Anzahl der Lehrerinnen und Lehrer am Insti- tut St. Elisabeth entsprach dem Wachstum der Schülerinnenzahl.41 Hatte die Schule am Institut St. Elisabeth 1935 mit fünf Lehrerinnen angefangen, so waren es 1945 schon neun, 1955 dreizehn, 1965 sechzehn, bis sich ihre Zahl nach der Umwandlung des Instituts in eine staatliche Realschule 1975 auf einem Stand von neunzehn Lehrerinnen und Leh- rern befand. In der Statistik sind ab 1945 auch männliche Lehrpersonen verzeichnet.42 Es kann al- lerdings angenommen werden, dass es sich dabei bis Anfang der 1970er Jahre um geistliche Personen gehandelt hat. Die ersten weltlichen männlichen Lehrpersonen kamen erst Anfang der 1970er Jahre an die Schule. 
ZIEL UND ZWECK DER SCHULE «Der Unterricht und die Erziehung der Jugend bil- den den Hauptzweck der Kongregation der Anbete- rinnen des Kostbaren Blutes. Eine solche Aufgabe ist edel und reich an Verdiensten; aber um guten Er- folg zu haben, muss man besondere Regeln der Klugheit und der Erziehung anwenden.»43 Die Umstrukturierung des Mädchengymnasiums in eine Höhere Töchterschule wurde der boomenden Wirtschaftsphase im katholisch geprägten Liechten- stein der Nachkriegszeit gerecht. Die Geschäfte, Bü- ros und Unternehmen benötigten junge und günstige Frauen als Sekretärinnen. Eine qualifizierte Ausbil- dung, wie diejenige am Institut St. Elisabeth, ermög- lichte den jungen Frauen einen raschen Einstieg ins Erwerbsleben, ohne dass sie eine zusätzliche kauf- männische Lehre hätten absolvieren müssen. Da ein Lehrabschluss für liechtensteinische Mädchen in den 1940er bis 1960er Jahren noch alles andere als üb- lich war, kam die Höhere Töchterschule diesem Be- dürfnis nach einer kaufmännischen Ausbildung ent- gegen. Neben den üblichen Handelsfächern und der all- gemeinen Wissensbildung sollten die Mädchen aber auch für ihre zukünftige Rolle in der Familie und Ge- sellschaft vorbereitet werden. Die Schwestern am Institut St. Elisabeth strebten eine «begleitete He- ranschulung des Mädchens und der Tochter für die fraulichen Berufe»44 an und legten dabei besonde- ren Wert auf die allumfassende katholische Werte- und Glaubensvermittlung. Die an der Höheren Töchterschule vorgesehene Ausbildung entsprach den konservativen Vorstellungen der staatlichen Be- hörden und passte in das in der Nachkriegszeit vor- handene Bild bezüglich der Frauenarbeit. Das Bil- dungsniveau der Frau sollte dasjenige des Mannes nicht übersteigen und die Arbeitsplätze sollten den Frauen mit der Heirat, spätestens aber bei der Ge- burt des ersten Kindes kündbar sein.45 So vermerk- te man in den Rechenschaftsberichten der Regie- rung wiederholt die lobenswerte und empfehlens- werte praktische Ausbildung am Institut sowie den Wunsch, dass «unsere Mädchen diese Gelegenheit 14
        

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