LIECHTENSTEIN IN ALTEN SCHILDERUNGEN NORBERT W. HASLER EINLEITUNG Eine der bedeutendsten Neuerscheinungen auf dem Liechtensteiner Büchermarkt 2007 ist zweifellos ne- ben dem neu edierten Kunstdenkmälerband von Cornelia Herrmann die Publikation von Graham Martin, «Wo dein Himmel, ist dein Vadutz». Liech- tenstein in der schönen Literatur.1 Alle Poeten, Dich- ter und Schriftsteller von Rang wie Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich von Schiller, Jean Paul, Cle- mens Brentano, Ricarda Huch, Grete Gulbransson bis Friedrich Dürrenmatt, die sich mit dem Fürsten- tum Liechtenstein in ihren Werken - marginal oder zentral - befasst haben, sind hier aufgereiht. Akri- bisch ging Graham Martin während Jahren auf Spu- rensuche durch die literarischen Werke und hat ganz Erstaunliches gesammelt und in dieser unter- haltsamen und lesenswerten Arbeit ausgewertet. Neben dieser jüngsten Publikation Graham Martins befassen sich zwei Bücher von Jens Dittmar2 mit derselben Thematik, mit dem Fürstentum Liechten- stein in Literatur und Dichtung. In meiner Publikationsreihe von Schilderungen des Fürstentums Liechtenstein aus vergangenen Ta- gen,3 die ich in loser Folge fortsetzen möchte, geht es nicht um grosse Literaten und Poeten, eher um so genannte Kleinmeister, wie man sie in der bildenden Kunst liebevoll bezeichnet, jene Zeichner und Maler oftmals ganz eindrucksvoller Veduten, Landschafts- bilder des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die meist mit dem Vermerk: nach der Natur gezeichnet versehen sind. Es sind dies keine grossen Poeten, eher Schreiberlinge, die Liechtenstein - ein bis da- hin weitgehend unbekanntes Land - auf ihren Rei- sen einmal begegnet sind und die die dabei gewon- nenen Eindrücke meist in Zeitschriften, Illustrierten und Zeitungen mehr oder weniger gekonnt, meist aber in grosser subjektiver Bewunderung vornehm- lich der landschaftlichen Schönheiten und der Zu- gänglichkeit und Gastfreundschaft der Bevölkerung einer möglichst breiten Leserschaft näher bringen wollten. Auch wenn sie nicht frei sind von Klischee- behaftung und gelegentlicher Vorurteile und einer uns heute oft übersteigert anmutenden Landschafts- und Idyllenromantik, so sind sie dennoch meist ein-drückliche 
Momentaufnahmen und Zeitdokumente, die den Wandel des kleinen Fürstentums Liechten- stein im Laufe einiger Jahrzehnte aufzeigen, ein Land, in dem sich ausser der physischen Fläche und Grösse in den vergangenen hundert Jahren beinahe alles verändert hat - die Landschaft, die Dörfer, die Gesellschaft - im positiven wie im negativen Sinne. 1) Graham Martin: «Wo dein Himmel, ist dein Vadutz». Liechtenstein in der schönen Literatur. Triesen, 2007. 2) Jens Dittmar (Hrsg.): Europa erlesen. Liechtenstein. Klagenfurt. Celovec, 2000. - Jens Dittmar (Hrsg.): Damals in Liechtenstein. Reisen in ein unbekanntes Land. Mit einer malerischen Bilderreise durch Liechtenstein von Norbert W. Hasler. Triesen, 2003. 3) Norbert W. Hasler: Liechtenstein in alten Schilderungen. Ausge- wählte Berichte. In: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein. Band 106. Vaduz, 2007. S. 297-313. 183
        

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