HISTORISCHER VEREIN FÜR DAS FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN 2007 auf dem Programm. Im neu errichteten Gemeinde- haus in Ludesch offerierte uns Bürgermeister Paul Ammann einen Aperitif. Das mittlerweile leider ver- storbene Vereinsmitglied Agnes Schuler hatte die- sen Aperitif zusammen mit dem Ludescher Bürger- meister organisiert. Ein Spaziergang führte die Gruppe anschliessend auf die Burgruine Blumen- egg, einst Zentrum der gleichnamigen Herrschaft im Walgau. In einem Gasthaus in Thüringerberg Hessen wir den Ausflug am frühen Abend gemütlich aus- klingen. Trotz schlechter Witterung blieb diese Ex- kursion allen Beteiligten in guter Erinnerung. KULTURREISE NACH SIEBENBÜRGEN Vom 5. bis 12. August 2007 bereisten über 20 Perso- nen - die meisten aus Liechtenstein - die Region Sie- benbürgen im heutigen Rumänien. Diese Kulturrei- se war eine gemeinsame Veranstaltung des Histori- schen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein und der Erwachsenenbildung Stein-Egerta. Seitens der Erwachsenenbildung begleitete Bildungsleiterin San- dra Wenaweser die Reisegruppe, vom Historischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein nahmen u. a. die Vereinsvorsitzende Eva Pepic sowie Ge- schäftsführer Klaus Biedermann an der Reise teil. Währenddem Eva Pepic und Sandra Wenaweser in Zusammenarbeit mit einem Reisebüro organisatori- sche Fragten klärten, führten die mit Siebenbürgen vertrauten Begleiter Klaus Biedermann, Hans Stri- cker, Marianne Wähner sowie lokale Reiseführer die Reisegruppe durch die verschiedenen Orte und Se- henswürdigkeiten. Für die liechtensteinischen Zei- tungen berichtete Klaus Biedermann wie folgt: «Erstes Reiseziel war Hermannstadt (Sibiu), das im Jahr 2007 gemeinsam mit Luxemburg Kultur- hauptstadt Europas war. Hermannstadt ist eine Gründung der Siebenbürger Sachsen. Diese deut- schen Siedler, vom ungarischen König ab 1150 in Siebenbürgen angesiedelt, kamen aus Flandern, dem Niederrhein und aus Luxemburg. Sie haben ih- ren moselfränkischen Dialekt, der auch in Luxem- burg gesprochen wird, bis heute bewahrt. Das er- klärt die besondere Beziehung zwischen Hermann-stadt 
und Luxemburg. Siebenbürgen wurde erst 1918 Teil von Rumänien. Auch heute wird in Rumä- nien von einer kleinen Minderheit deutsch und sächsisch gesprochen. Siebenbürgen selbst ist ein Gebiet mit mehreren Volksgruppen, Sprachen und Konfessionen: orthodoxe und griechisch-katholi- sche Rumänen, römisch-katholische und reformier- te Ungarn, evangelisch-lutherische Deutsche, sowie in grosser Zahl Roma und nur noch wenige Juden. Wir erhielten Einblicke in Geschichte und Kultur der Siebenbürger Sachsen, aber auch einen nach- haltigen Eindruck vom heutigen Rumänien. Sowohl in Hermannstadt wie auch in Kronstadt (Brasov), das wir anschliessend besuchten, hatten wir einhei- mische Reiseführer. Besonderen Eindruck machte uns der Besuch von ausgesuchten evangelisch-lu- therischen Kirchenburgen, die in den (ehemals) deutschen Dörfern Siebenbürgens zu finden sind. Viele dieser Kirchenburgen werden weiterhin von klein gewordenen Gemeinden genutzt. So kam es auch zu Begegnungen und Gesprächen mit den Per- sonen, welche diese Kirchen betreuen. Höhepunkte waren da Grossau (Cristian) bei Hermannstadt oder auch Birthälm (Biertan). Wir sahen nicht nur Monu- mente, sondern erhielten auch zum Teil berührende Einblicke in den Alltag der Menschen. Durch die ein- drückliche Ruine des ehemaligen Zisterzienserklos- ters Kerz (Cär^a) führte uns der evangelische Orts- pfarrer, dessen Gemeinde nun den Altarraum der einstigen Klosterkirche als Gotteshaus nutzt. Auch unterwegs gab es Überraschendes: Die letzten fünf Wegkilometer nach Deutsch-Weisskirch (Viscri) gin- gen wir zu Fuss, damit der (leere) Reisebus die Schlaglöcher auf der Strasse besser umfahren konn- te. Hier wurde deutlich, wie sehr Rumänien ein Land der Kontraste ist. In den Städten und in man- chen Tourismuszentren boomt es - auf dem Land, Pferdefuhrwerke und ärmliche Roma-Siedlungen im Blick, herrscht scheinbare Idylle: Beschaulich- keit, aber oft auch bittere Armut. Ein Grossteil unserer Gruppe war das erste Mal in Rumänien und entsprechend beeindruckt. Diese Reise mag bei einzelnen den Wunsch geweckt ha- ben, dieses faszinierende Land noch eingehender kennen zu lernen». 127
        

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