Die Burgruine Gutenberg in Balzers. 
Hauses Liechtenstein: Kaiser Franz I. verlieh 1830 dem Fürsten (Prinzen) Alois Gonzaga von Liechten- stein den Orden des Goldenen Vliesses. Dem so Ge- ehrten wurde 30 Jahre zuvor im Krieg ein Bein zer- mettert. Darüber hinaus hatte er weitere Verwun- dungen erlitten. RÜCKGRIFFE AUF KRIEGERISCHE EREIGNISSE Ricarda Huch (1864-1947), Alfred Döblin (1878- 1957) und Friedrich Schreyvogl (1899-1976) be- schäftigten sich schriftstellerisch mit dem Dreissig- jährigen Krieg. Dabei beleuchteten sie auch die un- rühmliche Rolle des Fürsten Karl von Liechtenstein und dessen Rivalität zu Wallenstein. Karl von Liech- tenstein, bei Huch auch «Bluthund» genannt (vgl. S. 107), hatte 1621 bei der Hinrichtung von 40 rebel- lischen protestantischen Adligen in Prag den Vorsitz geführt. Huchs 
Roman Der grosse Krieg in Deutsch- land erschien 1912-1914, Döblins 
Roman Wallen- stein 1920 und schliesslich Schreyvogls 
Roman Der Friedländer 1943. Nur Richarda Huch hatte Ge- schichte studiert, doch alle drei Autoren hatten ein fundiertes, indes nicht lückenloses historisches Wis- sen. So verwechselte Döblin Gundaker mit Karl von Liechtenstein. Erwin Guido Kolbenmeyer (1878-1962) ist einer der wenigen Schriftsteller, die sich historisch mit dem Gebiet am Alpenrhein befassten. 
Seine Paracelsus- Romantrilogie handelt in ihrem ersten, 1917 veröf- fentlichten Teil vom Schwabenkrieg. Paracelsus' On- kel Hans Ochsner nahm auf eidgenössischer Seite am Schwabenkrieg teil. Kolbenmeyer erwähnt dabei die Anekdote, gemäss der die österreichische Besatzung auf Gutenberg in Balzers 1499 die Schweizer Trup- pen mit Blök-Rufen zum Beginn der Kampfhandlun- gen reizte. Eindrucksvoll geschildert sind auch die Schrecken des Kriegsgeschehens - unter denen die Kämpfenden und auch die unglückliche Bevölkerung vor Ort litten. Da Kolbenmeyer vermutlich nie in Liechtenstein war, entnahm er die lokalen Ortsna- men mit relativer Genauigkeit wohl aus publizierten Darstellungen. 110
        

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