Für Liechtenstein unter- zeichnet Regierungschef Walter Kieber am 1. August 1975 in Helsinki die Schlussakte der Konferenz für Sicherheit und Zusam- menarbeit in Europa (KSZE) in Helsinki. Rechts im Bild der luxemburgische Ministerpräsident Gaston Thorn. 
AUFBRUCH NACH AUSSEN Der Aufbruch nach aussen war durch multilaterale Kontaktnahmen und internationale Verknüpfungen geprägt. Weiter vertieft wurde das Verhältnis zur Schweiz und vermehrt zu Österreich und zur Bun- desrepublik Deutschland. Kieber schildert Schritte der Souveränitätswahrung im Verhältnis zur Schweiz und zur damaligen EWG, auch die heute kaum mehr bekannten Auseinandersetzungen um die (realisierte) Ölpipeline der ENI im schweizeri- schen Rheintal oder um das (nicht realisierte) ther- mische oder gar atomare Kraftwerk Rüthi. Ebenso erläutert er die Schritte Richtung Europarat, einge- leitet und gefördert ab Ende der 1960er Jahre durch Gerard Batliner, von der Mitgliedschaft gekrönt un- ter Walter Kieber. Aussenpolitischer Höhepunkt für Walter Kieber als Regierungschef war die Gipfelkonferenz der KSZE in Helsinki 1975, an welcher Liechtenstein unter 35 Staaten gleichberechtigt teilnahm. Im Buch spiegelt sich die illustre Gilde der damals Herrschen- den, von denen Kieber berichtet: «Am späteren Nachmittag des 1. August 1975 fand die abschlies- sende Unterzeichnungszeremonie statt. Die Staats- und Regierungschefs der 35 Teilnehmerstaaten, dar- unter Ford (USA), Breschnew (Sowjetunion), Schmidt (BRD), Honecker (DDR), Wilson (Grossbritannien), Giscard d'Estaing (Frankreich), Kreisky (Österreich), Trudeau (Kanada), Palme (Schweden), Tito (Jugos- lawien) und Ceau§escu (Rumänien), waren im Halb- rund aufgereiht. Aufgrund der alphabetischen Rei- henfolge sass ich zwischen dem italienischen Ministerpräsidenten Aldo Moro und dem luxembur- gischen Ministerpräsidenten Gaston Thorn genau in der Mitte der 35 Staatenvertreter». Ihnen allen sass kraft eines Losentscheides Re- gierungschef Kieber für Liechtenstein für einen hal- ben Tag vor. (Der Rezensent, damals in Seattle, sah ihn plötzlich in der lokalen US-Tagesschau.) Seither sind mit Ausnahme von Helmut Schmidt und Valery Gis- card d'Estaing alle obgenannten Staatsmänner ver- blichen. 104
        

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