Die Regierung Kieber 1974. Freundschaftlicher Hände- Von links: Regierungsrat druck zwischen dem öster- Hans Gassner (FBP), Regie- reichischen Bundeskanzler rungschef-Stellvertreter Dr. Bruno Kreisky und dem Hans Brunhart (VU), Regie- liechtensteinischen Regie- rungschef Dr. Walter Kieber rungschef Walter Kieber (FBP), Regierungsrat Dr. 1975. Walter Oehry (VU) und Re- gierungsrat Dr. Georg Malin (FBP). 
und Georg Malin an. 1978 wechselte die Mehrheit erneut, die VU gewann die Wahlen, Hans Brunhart wurde Regierungschef. Walter Kieber trat ins zweite Glied zurück und amtierte noch für zwei Jahre als Regierungschef-Stellvertreter, auf Wunsch der Partei und des Fürsten und weil er einige Vorhaben ab- schliessen wollte, vorab die Gesellschaftsgesetzre- form und den Währungsvertrag mit der Schweiz. Wie angekündigt gab er 1980 sein Amt ab. Hier enden 1980 auch seine Memoiren. In An- merkungen blickt er indes mehrfach auf Entwick- lungen bis zur Gegenwart. Als Anhang sind zehn Texte beigegeben, mit einer Ausnahme sind es An- sprachen, die Kieber zwischen Balzers und Helsinki gehalten hat. Eine der Schwarzweissfotografien des Bandes zeigt 1984 den Fürsten Franz Josef II. mit den fünf Regierungschefs Alexander Frick, Gerard Batliner, Alfred Hübe, Walter Kieber und Hans Brun- hart. Sie gestalteten in den fünf Jahrzehnten von 1945 bis 1993 die liechtensteinischen Geschicke massgeblich. Walter Kiebers Buch erhellt viel davon. AUFBRÜCHE IM INNERN Mit «Jahre des Aufbruchs» charakterisiert Kieber die Zeit seines politischen Wirkens, also die 1960er und vor allem 1970er Jahre. Im Innern sind damit zum einen die überaus zahlreichen neuen Geset- zeswerke gemeint, zum Beispiel das Berufsbil- dungsgesetz, das Wasserrechtsgesetz oder das Ehe- gesetz von 1973, das die Zivilehe einführte und die Scheidung ermöglichte. Kieber galt als «Gesetzes- maschine». Man erfährt Vorgeschichte, Kernpro- bleme und politisches Zustandekommen der jewei- ligen Reform - oder auch des Scheiterns. Zum andern wurde ab 1970 die seit 1928 bestehenden Dominanz der Bürgerpartei aufgebrochen. Es herr- schte Dauer-Wahlkampf. Die Auseinandersetzungen im Landtag empfand Walter Kieber wegen der stän- digen Opposition des Regierungspartners als auf- reibend - auch weil Kieber vielleicht, wie er rück- blickend andeutet, zu oft im Recht bleiben wollte. Wie beschreibt Kieber politische Niederlagen? Etwa das Scheitern der Umfahrungsstrasse Schaan- 102
        

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