REZENSIONEN / LEBENS- UND ZEITGESCHICHTE: ERINNERT, ERZÄHLT, ERKLÄRT Lebens- und Zeitgeschichte: Erinnert, erzählt, erklärt WALTER KIEBERS BUCH ÜBER SEINE POLITISCHEN ERINNERUNGEN PETER GEIGER Der liechtensteinische Altregierungschef Dr. iur. Wal- ter Kieber erinnert, erzählt und erklärt in seinem im Dezember 2006 erschienenen Buch «Jahre des Auf- bruchs, Politische Erinnerungen» seine Lebensge- schichte und vor allem sein Wirken als Politiker, insbesondere die Jahre 1959 bis 1980. In diesen zwei Jahrzehnten war Walter Kieber bis 1970 als Rechtsberater und Leiter des Rechtsdienstes der Re- gierung tätig, wurde Regierungschef-Stellvertreter (1970-1974), dann Regierungschef (1974-1978) so- wie nochmals Regierungschef-Stellvertreter (1978- 1980). Kiebers Buch ist damit ein eigentliches Ge- schichtsbuch zu jenen zwei Jahrzehnten der jünge- ren liechtensteinischen Zeitgeschichte, nicht aus der Feder des Historikers, sondern aus der Zeitzeugen- Rückschau. Einigen Fragen sei hier nachgegangen: Wo ist ein solches Werk einzuordnen? Darf es als ob- jektiv gelten? Warum publiziert der Autor seine Er- innerungen? Was ist der Inhalt, was erfährt die Le- serschaft? Worin bestand der «Aufbruch»? Wie geht der Autor mit Personen um? Für wen kann das vor- liegende Buch nützlich und lesenswert sein? 
Walter Kieber Jahre des Aufbruchs 
Walter Kieber: Jahre des Aufbruchs. Politische Erin- nerungen. Verlag Edition Isele, Eggin- gen, 2006. 432 Seiten. CHF 32.-. ISBN 3-86142-406-1 IM GROSSEN CHOR DER MEMOIREN Walter Kiebers Buch zählt zur Erinnerungslitera- tur, zu den Autobiographien, enger zu den Me- moiren, welche den Schwerpunkt meist auf be- stimmte Lebensabschnitte legen, in unserem Fall also zu den Memoiren eines verantwortlichen Poli- tikers. Es gibt zahllose, hochinteressante, sehr un- terschiedliche Memoirenwerke, unter den bekannten etwa Bismarcks «Erinnerung und Gedanke», Stefan Zweigs «Die Welt von Gestern», Schuschniggs «Rot- Weiss-Rot», Primo Levis «Se questo e un uomo», Churchills «The Second World War», Margarete Bu- ber-Neumanns «Als Gefangene bei Stalin und Hit- ler», Ruth Elias' «Die Hoffnung erhielt mich am Le- ben», Zuckmayers «Als wär's ein Stück von mir», Baidur von Schirachs «Ich glaubte an Hitler», Kissin- gers «White House Years», dann die Memoiren von Truman, De Gaulle, Speer, Leni Riefenstahl, Chru- schtschow, Honecker oder Gorbatschow, zur Schweiz Ruth Metzlers «Grissini und Alpenbitter», zu China 99
        

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