FRAUENERWERBSARBEIT IM LIECHTENSTEIN DER NACHKRIEGSZEIT / JULIA FRICK rauszuheben ist hier die besondere Rolle des Staats- gerichtshofes, der aufgrund seines verfassungs- rechtlichen Auftrages nicht nur die Möglichkeit, sondern aus meiner Sicht auch die Pflicht gehabt hätte, zumindest im Rahmen seiner Gutachtertätig- keit für die Regierung die krassen Rechtsungleich- heiten zu thematisieren und auf diesem Wege neue Entwicklungen einzuleiten. Er hat dies nicht nur nicht getan, sondern im Gegenteil die offen zu Tage liegenden Rechtsungleichheiten als richtig und als mit der kirchlichen Lehre übereinstimmend vertei- digt. Der Staatsgerichtshof hat damit nicht seine ihm zukommende Rolle als Hüter der Verfassung, sondern vielmehr die des Hüters der übernomme- nen alten Ordnung ausgeübt. Diese Haltung des Staatsgerichtshofes kann als repräsentativ für die damalige Grundhaltung der bestimmenden Kräfte in diesen Fragen angesehen werden. Unter diesen Umständen konnte sich die Rechts- lage sowie die wirtschaftliche Stellung der Frau, in der Arbeitswelt sowie auch im Privatleben, schwer zum Besseren wandeln. 67
        

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