FRAUENERWERBSARBEIT IM LIECHTENSTEIN DER NACHKRIEGSZEIT / JULIA FRICK «EINE GUT GEFÜHRTE TÖCHTER- SCHULE KANN SICH FÜR UNSER LAND NUR SEGENSREICH AUSWIRKEN»72 - DAS INSTITUT ST. ELISABETH Ein weiterer Orden, die Schwestern des Kostbaren Blutes,73 unterrichtete seit Beginn des 20. Jahrhun- derts in Liechtenstein. Sie konzentrierten sich, im Unterschied zu den Zamser Schwestern, jedoch stärker auf die Mädchenbildung und bauten das Mädcheninstitut St. Elisabeth in Schaan auf, das ab 1935 Hauswirtschaftskurse anbot. Dieser Lehrgang beinhaltete auch die Fächer Religion, Erziehungs- lehre, Haushaltungsführung und Haushaltskunde, Verfassen von Privat- und Geschäftsbriefen, Rech- nen, Nahrungsmittellehre sowie praktische Übun- gen in Kochen, Sterilisieren, Gartenbau, Waschen, Bügeln, Handarbeiten, Flicken, Nähen, Stricken, Sticken und Kinder- und Krankenpflege. Weiter bo- ten sie Musikunterricht und Privatstunden in allen Handelsfächern an. 1942 richtete das Institut St. Elisabeth mit Rück- sicht auf die Bedürfnisse von politischen Flücht- 3. Ein 6-monatlidier Hauswirtfdiaftskurs Fächer: Religion, Erziehungslehre, Privat- und Gefchäftsbriefe, Haushal- tungsbuchführung, Haushaltungslcunde, Rechnen, Nahrungsmittellehre. Prakt. Übungen: Kochen, Sterilisieren, Gartenbau, Wafchen, Bügeln, Handarbei- ten, Flicken, prakt. Nähen von Herren- und Damenwäfche, Kinderkleidern etc. Stricken und Sticken, Kinder- und Krankenpflege. *. Ein Handarb«Hskuri Den Zöglingen wird überdies noch Gelegenheit geboten zu Privatftunden in Mufik, wie Klavier, Violin, Zither, Guitarre, Mandoltne. - Frernd-Sprachen. 
65) Die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vin- zenz von Paul aus Zams im Tirol geht auf die Gründung des heiligen Vinzenz von Paul (1581-1660) im Jahr 1633 zurück. Die Ordensfrauen konzentrierten sich von Beginn an auf die Pflege in Krankenhäusern, Armenhäusern und Altersheimen, ausserdem betreuten sie Kinder- gärten und unterrichteten in Schulen. Mit über 20 000 Mitgliedern ist der Orden heute die grösste weibliche Ordensgemeinschaft der katho- lischen Kirche. 66) Vgl. dazu auch Paul Vogt, Verwaltungsstruktur und Verwaltungs- reformen, S. 111-112: «Daraufhin wurden 1846 die ersten beiden Lehrerinnen vom Orden der barmherzigen Schwestern aus dem Tirol angestellt. Ihnen oblag die Erziehung der weiblichen Schulju- gend, bei der sie insbesondere das «typisch Weibliche» fördern sollten. Die Tätigkeit dieser Schulschwestern wurde bald als segens- reich empfunden und stiess dementsprechend auf eine mehr oder weniger ungeteilte Zustimmung. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurden in allen Gemeinden Lehrschwestern eingestellt. ... Offenbar war die Qualität der liechtensteinischen Schulen mindestens in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts so schlecht, dass ein Teil der Schulabgänger Analphabeten blieben.» 67) Graham Martin: Liechtensteiner Pädagogen im Ausland. In: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechten- stein. Band 67, 1967, S. 111-180, hier S. 125. 68) Total; d.h. mit Kindergärtnerinnen und Hauswirtschaftslehrerin- nen. 69) Vgl. Noggler, Der Gang ins Kloster, S. 13. 70) So auch in der Armen-, Alten- und Krankenpflege. 71) Auflösung der Zamser Lehrschwostern-Filiale am Triesnerberg, in: LVaterland, 17. Oktober 1951. 72) Rechenschaftsbericht der fürstlichen Regierung an den hohen Landtag 1945, S. 73. «Eine gut geführte Töchterschule kann sich für unser Land nur segensreich auswirken und ist bestimmt eine bes- sere Lösung als die Führung eines Mädchengymnasiums.» 73) Der Orden der Schwestern des Kostbaren Blutes, auch Anbete- rinnen des Blutes Christi genannt, geht auf die Gründung durch Ma- ria de Mattias (1805-1866) im Jahr 1834 zurück. Die Ordensschwes- tern konzentrierten sich auf den Schulunterricht und auf die Pflege von Kranken, Armen und Betagten. Ausschnitt aus einem Pro- spekt des Mädcheninstituts St. Elisabeth in Schaan, 1930er Jahre 37
        

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