LIECHTENSTEIN IN ALTEN SCHILDERUNGEN NORBERT W. HASLER Militärlast frei, also die Bevölkerung von jeder mili- tärischen Dienstleistung enthoben ist, und auch in bezug auf Steuern nahezu paradiesische Zustände herrschen: die Einkommensteuer beträgt nur 2 %, und ebenso sind die übrigen liechtensteinschen Steuersätze die niedrigsten Europas. Es blüht denn auch das Wirtschaftsleben des Landes. Seine Hauptstütze ist die Landwirtschaft. In Obstpflanzungen und Weinbergen, auf Getreidebö- den und Wiesengelände baut es fast alle Gartenge- wächse und Getreidearten, Kartoffeln, Mais, Hanf, Flachs und Wein. Der Schwerpunkt jedoch liegt in der Viehzucht. 7000 Rinder gibt es in Liechtenstein, und 1919 wurden mehr als 1 Million Liter Milch in Sennereien verarbeitet. Aber auch der technische Fortschritt setzt sich in Liechtenstein durch. 1924 waren 38 Automobile im Lande, und ein Radioapparat wurde aufgestellt! 
Landschaftlich vereinigt Liechtenstein die Schön- heiten der Ebene mit den erhabenen Ausblicken des Hochlands. Aber trotz seiner vielen Anziehungs- punkte wird Liechtenstein noch längst nicht so be- sucht, wie es das verdient. Im Jahre 1924 haben nur 295 Reichsdeutsche in Liechtenstein übernachtet. Wahrscheinlich liegt dies daran, dass bisher kein Fremdenverkehrsverein die Schönheiten des Lan- des bekanntgemacht hat. Aber jetzt ist damit begon- nen, und in wenigen Jahren wird Liechtenstein wohl ebenso von Touristen überflutet sein, wie die Nachbargebiete, St. Gallen und Vorarlberg. Wer also das Liechtensteiner Ländchen noch in seiner unver- fälschten Eigenart kennen lernen will, der beeile sich und mache seine Reisepläne für 1926. Wegen Reiseverbindungen, Unterkunft und Verpflegung, gedruckten Reiseführern usw. wende man sich an die Liechtensteinische Wirtschaftskammer, Vaduz, 311
        

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