Deutschland verboten worden. In diesen Beiträgen hatte Zickert, der dem Nationalsozialismus ableh- nend gegenüberstand, das deutsche Konjunkturfor- schungsinstitut sowie die Politik des Reichsbankprä- sidenten Hjalmar Schacht angegriffen. Dieses Verbot stellte Zickert vor existenzielle Probleme. Nach eige- nen Angaben wurde der «Spiegel der Wirtschaft» 1936 zwar in 29 verschiedene Länder geliefert, «bis nach China und Südamerika», aber ohne die 2000 deutschen Abonnenten, die den Hauptteil der Käufer ausmachten, war die Herausgabe der Zeitschrift nicht mehr finanzierbar (S. 52 f.). Die liechtensteini- sche Regierung sowie die schweizerische Gesandt- schaft in Berlin, die Zickert ebenfalls um Unterstüt- zung gebeten hatte, setzten sich in der Folge für ihn ein, und am 29. Juni 1937 wurde das Verbot tatsäch- lich wieder aufgehoben. Weshalb es zu dieser Mei- nungsänderung kam, ist nicht bekannt. «Ein vergessener Pionier» ist für Ökonomen, inte- ressierte Laien und angehende Freizeitbörsianer, die eine Einführung in Anlagestrategien suchen, glei- chermassen empfehlenswert und spannend zu lesen. Alljenen, die sich mit geschichtlichen Fragen und Zu- sammenhängen befassen, bietet es anhand eines Einzelschicksals aufschlussreiche Einblicke in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Buch ist zu- dem graphisch sehr schön gestaltet, weist eine lese- freundliche Typographie auf und enthält zahlreiche grossformatige Illustrationen, die den damaligen Zeitgeist vortrefflich dokumentieren. Karlheinz Fleeb hat Hermann Zickert ein lesens- wertes Denkmal gesetzt. Das Kapitel Zickert ist für ihn damit aber noch lange nicht abgeschlossen: «Meine Spurensuche wird auf jeden Fall auch nach Erscheinen dieser Publikation weitergehen» (S. 14). Man darf gespannt sein, welche Funde Karlheinz Heeb in der Zukunft noch zu Tage fördern wird. 232
        

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