Bei aller Sorgfalt, die der Herausgeber Frieder Schanze mit seinen Anmerkungen in die Aufhel- lung des Textes gelegt hat, bleibt gelegentlich auch einmal eine dunkle Stelle unkommentiert. So bleibt etwa die Frage offen, wer ist «der von der Langen- arg» (S. 189)? Schon 1497, als der Schwäbische Bund den Krieg als bevorstehend erachtete, be- stimmte er Sammelplätze für seine Truppen, u.a. Langenargen. Dorthin sollten die Grafen von Mont- fort-Tettnang und Montfort-Rothenfels, die Truch- sesse von Waldburg und die Städte Kempten und Isny ihre Truppen hinschicken. In der Grafschaft Montfort-Rothenfels hatten 1491 die beiden Brüder Johann I. und Hugo XV. ihren Vater Hugo XIII. beerbt. Hugo XV. verlegte seinen Schwerpunkt nach Rothenfels und Wasserburg, Johann I. hinge- gen nach Langenargen. Man darf daher vermuten, dass «der von der Langenarg» mit Graf Johann I. von Montfort-Rothenfels-Argen gleichzusetzen ist. Dagegen Hesse sich freilich einwenden, dass «der von der Langenarg» eigentlich unter die Grafen ge- hören würde. Aber Johann Lenz, der seine Chronik aus der Ferne schrieb, hatte wohl nicht den richti- gen Einblick, so wie er denn auch die Freiherrn von Brandis unter die Grafen einreiht. 1504 schloss Maximilian I. einen Schutz- und Freundschaftsver- trag mit allen Montfortern: Hugo XV. zu Rothenfels, Ulrich VII. zu Tettnang, Johann I. zu Argen («Flans von Argen») und Georg III. zu Bregenz. Lenz er- wähnt die Montforter Grafen von Tettnang und Bregenz, nicht aber die von Rothenfels und Argen; bezieht man «der von der Langenarg» auf Jo- hann I., der hier als der ältere für beide Brüder steht, dann wären auch die Montforter von Rothen- fels und Argen in die Feinde der Eidgenossen ein- bezogen, was ja auch tatsächlich der Fall war. Wer immer sich mit der Geschichte des Schwa- benkriegs oder auch mit einzelnen Ereignissen die- ses Krieges beschäftigt, wird sehr viel Anregung und Hilfe in diesem Werk finden. Die minutiösen biographischen Studien zu Ludwig Sterner und Jo- hann Lenz, besonders aber auch die zahlreichen Belege zu den Parallelüberlieferungen in Hand- schriften und Drucken, zeugen von einer immen- sen Forscherarbeit, die hinter diesem Buch steckt. 
Nicht weniger Anerkennung muss aber auch die hervorragende typographische Gestaltung des Bu- ches finden, das nicht nur wegen seines fundierten Inhalts, sondern auch wegen seiner optimalen Form als eine wahre Zimelie anzusprechen ist. 228
        

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