schule. Er ist vermutlich um 1502 gestorben. Die 9500 Reimpaarverse und weitere 1000 Verse ein- gestreuter Lieder umfassende Chronik berichtet über die wichtigsten Ereignisse des Schwabenkrie- ges, wobei Lenz von überall her stammende münd- liche und schriftliche Nachrichten verarbeitete, was manche Mängel in der Chronik erklärt. Als Beispiel für den Inhalt sei hier die Schlacht von Frastanz erwähnt. Als bald nach der Schlacht die III bei Feldkirch viele Leichen anschwemmte, freu- te man sich zunächst über die gefallenen Schwei- zer, musste dann aber feststellen, dass die Toten aus dem eigenen Lager stammten. Von den eingestreuten und angehängten Liedern sei hier das Lied über den gesamten Krieg von Pe- ter Müller herausgehoben, in dem wiederholt auch die Kriegsereignisse im heutigen Fürstentum Liech- tenstein angesprochen werden (S. 111 f.): Die Schwaben zugend vf sant Lucy steig. Do greif man die Schwaben frolich an Mit mängem unverzagtem man, das es in den bergen ward erhellen. Man jagt sy ze Balters durch den bach, ein groß summ man jnen do erstach, schuo, wafen liessend sy fallen. Feldkirch, wie hattstu dich fliehens vermessen, do du din fennlin zu Fudutz hatst vergessen! jch wenn, du förchtst der Schwizer klingen. Eim botten gabt du zwen guldin bald, den schicktestu durch den Schwanwald, jn eim sack tet er dinfennli bringen. Die eydgnossen fielend zDristend [= Triesen] durch den Rin: «jr Schwaben, land üwr luyen sin, üwers lüyens wirt üch gelonet!» man jagt sy Dristet vf vnd ab; do sach man mengen Schwitzer knab, der der Schwaben lutzel schonet. 
Einen Liechtenstein-Bezug weist auch das Lied über die Schlacht bei Glums vom 22. Mai 1499 (von einem unbekannten Verfasser) auf (S. 103 f., Farbtafel 14); hier wird auf die Niederlage des Hans Nigg von Brandis bei der Rückeroberung der St. Luzisteig am 11. Februar 1499 angespielt. Es folgt in einer Beilage der Freiburger Venner- brief (lettre de bannerets) von 1404 mit dem Nach- trag von 1407 (S. 124 f.). Sodann sind vor Beginn des zweiten Teils die 16 Farbtafeln als Block einge- schoben. Im zweiten Teil des vorliegenden Buches folgt eine Textedition der Schwabenkriegschronik des Johann Lenz nebst den beigefügten Liedern. Nach einer Darlegung der Editionsgrundsätze (deren Ziel eine auch für den interessierten Laien verständli- che Textfassung ist) leitet ein Kapitelverzeichnis und eine chronologische Übersicht über die Ereig- nisse des Schwabenkriegs zur Textedition über, die Seite für Seite mit zahlreichen nützlichen Anmer- kungen teils sprachlicher, teils sachlicher Art verse- hen ist. Zur Veranschaulichung des Textes mögen auch hier wiederum die das heutige Fürstentum Liechtenstein betreffenden Ausführungen der Chro- nik kurz vorgestellt werden: Die Kriegshandlungen begannen am 6. Februar 1499, nachdem die Besatzungen der Burg Guten- berg ihren Spott über die Schweizer ausgebreitet hatten (S. 195): Das die fryheit [freie Reisläufer] der Eyd- genossenn Am Ryn ab zogen sind jr strossenn. Die lantzknecht enthalb dem Ryn Schrüwen «hört, hört, jr Swytzerlin!» Vnd hetten gstucht [mit einem Kopftuch bekleidet] ein kuo. Die fürtens an den Ryn harzuo, Sprachen; «land es gott waltenn, Thuond mitt vns einfriden halten! Also wend wir mitt uch machenn Vnd unser ding wol verfachenn, Do mitt der frid hob ein bestand. 226
        

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