spective Consil. & Secret. | Augustae Vindelicorum Typis Jacobi | Koppmayr ejusdem Reipub. Typogra- phi. |M. DC.XCV. |».97 Pohlin gibt fälschlich 1694 als Erscheinungsjahr an und fügt hinzu, dass dieses Buch im Oktavformat den Landständen des Herzogtums Krain, «inclyti Ducatus Carniolae Proceribus et Statibus» gewid- met sei.98 Es bleibt uns noch ein Blick auf ein letztes Werk Brüglers zu tun, wiewohl dieses nur durch die Se- kundärliteratur bibliographisch erfasst wurde und bisher keine Exemplarnachweise gelungen sind. «PRAXIS PHILOSOPHIAE CHRISTIANAE», 1696 Dieses Buch «Praxis philosophiae christianae ad perpetuam animi tranquillitatem» soll in Augsburg bei Jakob Koppmayer 1696 im Duodezformat er- schienen und den Herzögen von Krain gewidmet worden sein.99 Soweit man aus dem Titel allein Rückschlüsse ziehen kann, greift Brügler in diesem seinen letzten Werk noch einmal das auf, was er in seiner «Ars semper gaudendi» zum Thema ge- macht hatte, ging es ihm doch darum, eine bleiben- de Seelenruhe zu finden. Die «perpetua animi tran- quillitas» ist wohl nichts anderes als die «vera ani- mi quies», die Brügler suchte. RRÜGLER ALS THEOLOGISCHER UND JURISTISCHER SCHRIFTSTELLER Man darf Brügler durchaus als einen fruchtbaren Schriftsteller theologischer und juristischer Werke ansehen, wenn man zunächst nur einmal die Zahl seiner Bücher betrachtet. Brügler hat nicht weni- ger als elf Bücher geschrieben oder auch zwölf, da eines sich als umgearbeitetes Werk (nicht als ein blosser Nachdruck) darstellt. Zehn Bücher liessen sich in heutigen öffentlichen Bibliotheken nachwei- sen, zwei sind möglicherweise verschollen, obwohl 
noch einige Hoffnung besteht, dass auch diese Bü- cher mit der fortschreitenden Erfassung der histo- rischen Buchbestände noch ans Licht kommen werden. Die vorliegenden acht Bücher zählen an die 2000 Seiten, zu denen schätzungsweise noch 400 Seiten von den vier unbekannt gebliebenen Büchern hinzuzurechnen sind. Wir kommen also auf insgesamt 2400 Seiten. Diese zwölf Bücher mit ihren insgesamt 2400 Seiten, meist theologischen, einige auch juristi- schen Inhalts überzeugen allerdings nur wenig, wenn man ihr Niveau betrachtet. Vielfach sind es an einander gereihte Zitate. Durch einen streng durchgeführten systematischen Aufbau sucht Brüg- ler gewisse Standards der Wissenschaftlichkeit ein- zuhalten. Er ist auch fleissig im Zitieren, sei es aus der Bibel, sei es aus den Theologen, Philosophen, Historikern oder Juristen der Antike, des Mittelal- ters und der Neuzeit. Aber ungeachtet dieses wis- senschaftlichen Anstrichs bleibt das gesamte Werk Brüglers doch eher eine leichte Kost. Eine solche «leichte Kost» liegt aber durchaus in der Absicht Brüglers, wie er in der Dedikations- epistel an den Erzabt Lendvay aussdrücklich dar- legt (vgl. oben). Brügler will ein «einfältiges Buch», kein «tiefsinniges Buch» schreiben. Seine Bücher blieben auch ohne einen wissen- schaftlichen oder wenigstens buchhändlerischen Erfolg. Sie fanden nur eine geringe Verbreitung, im Wesentlichen beschränkt auf den süddeutschen Raum, wo sie besonders in Klöstern oder bei der Geistlichkeit Anklang fanden. Die Widmungen an Bischöfe und Äbte unterstreichen das Bemühen Brüglers um diesen Leserkreis. Brüglers Bücher waren auch nicht für die Wissenschaft geschrie- ben, sondern dienten der Erbauung und Unterhal- tung, gelegentlich auch der Polemik. Auch die juris- tischen Schriften dienten nicht der Diskussion pro- blematischer Rechtsfragen. Sie wandten sich an die Praxis der Staatsführung oder des Lehenrechts. Wirklich bewegen konnten sie nichts. Und so blieb denn auch Brügler als wissenschaftlicher Autor eine unbekannte Grösse. Der Autor wollte wohl selbst im Verborgenen bleiben. Anders lässt es sich nicht erklären, dass 190
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.