Wild geben wolle. Am 17. Mai 1650 suchte er neu- erlich um die fünfte Professur «in iure» an und kehrte dann wohl auch bald darauf nach Freiburg zurück, um als Kammerrat des Erzherzogs Ferdi- nand Karl von Österreich und als Kanzleiverwalter tätig zu sein. 1657 stellte er dem Johann Moyses aus Battenheim einen Wappenbrief aus.10 In sei- nem Freiburger Haus fand 1661 eine Studentenfei- er statt, die in Schlaghändel ausartete." Johann Christoph Brügler ist am 4. Oktober 1680 in Frei- burg gestorben und wurde in der dortigen Domini- kanerkirche beigesetzt. Zwei Söhne von Johann Christoph Brügler folg- ten dem Vater in der Karriere nach. Beide sind 1651 am gleichen Tag in Freiburg immatrikuliert: der ältere Franz Joseph Brügler als «Codicis et Ca- nonum Studiosus»12 und der jüngere Theobald Christoph Brügler als «Canonum et Institutionum Studiosus»13. Die Herkunftsbezeichnung lautet für beide «Alsata» (aus dem Elsass). Franz Joseph Brügler nennt sich bereits 1652 «Iuris urtriusque Candidatus» und vorderösterrei- chischer Regimentsadvokat; er verfasste ein latei- nisches Gratulationsgedicht zur juristischen Pro- motion seines Verwandten Johann Philipp Som- mervogel aus Ensisheim.14 Aber auch der jüngere Bruder Theobald Christoph Brügler, «utriusque iu- ris Studiosus», verfasste aus demselben Anlass ein solches Gedicht.15 Franz Joseph Brügler wurde 1663 als «an der Freiburger Universität civis academicus» aufge- nommen.16 Von 1664 bis 1686 war er Amtmann von Kenzingen.17 Am 9. März 1689 wurde er an- geblich in den Senat der vorübergehend französi- schen Universität Freiburg aufgenommen.18 Er fand jedoch in Senat und Fakultät Widerstand; der Rektor hatte für die vakante Professur für Institu- tionen einen Dr. Brügler vorgesehen; die Professur wurde dann aber an Dr. Geiger vergeben.19 Theobald Christoph Brügler bat 1663/64 ge- meinsam mit seiner Schwester Barbara Fieger, ge- borene Brügler, um Aufschub der Zinszahlungen aus der väterlichen Verschreibung.20 Der erzfürstli- che Rat und vorderösterreichische Regimentsse- kretär wurde später Amtmann in Kenzingen (Besit-zer 
des Hauses zum Helm in der Eisenbahnstrasse 34). Er ist am 12. Januar 1679 als «Praefectus in Kenzingen» bezeugt, 1690 als «Subpraefectus in Waldkirch».21 In diese Familie ist Johannes Romarich Brügler als jüngster Sohn einzureihen. Auch er immatriku- lierte sich 1651 an der Universität Freiburg im Breisgau,22 war aber wesentlich jünger als seine Brüder Franz Joseph und Theobald Christoph Brügler; er stand als Student der Rhetorik erst am Beginn seiner Studien. Als Herkunftsort nennt er Ensisheim, wohl hier gemeint als Wirkungsort sei- nes Vaters, nicht als sein Geburtsort; denn in den Geburtsregistern ist er in Ensisheim nicht zu fin- den.23 Auf jeden Fall fühlte sich Johann Romarich Brügler als Elsässer; denn er nennt in der Dedikati- onsepistel seines Buches «Immunitas» (1686) die Bürger von Altkirch seine «Compatrioti».24 Auch der Vorname «Romarich» nach einem heimischen Heiligen spricht für die elsässische Herkunft, was auch für seinen Bruder «Theobald» gilt. Was den Geburtsort angeht, so gibt es zwei un- bestechliche Zeugnisse dafür, dass Brügler in Frei- burg im Breisgau geboren wurde. Zum einen nennt sich Brügler auf dem Titelblatt seiner Schrift «Nodi Pontificorum soluti» (Rothenburg o.T. 1665) «Joan- nes Romaricus Brügler Friburgensis Brisgoius». Zum andern antwortet er in einem am 4. Mai 1679 in Vaduz vor dem Churer Generalivikar Francesco Tini aufgenommenen Interrogatorium auf die Fra- ge «Unde sit?» (woher er sei?) mit den Worten «Sum natus ex Civitate Friburgensi Brisgoiae» (ich bin geboren aus der Stadt Freiburg im Breisgau).25 In derselben Quelle vom 4. Mai 1679 gibt Brügler auch sein Alter mit 46 Jahren an; das bedeutet, dass er um das Jahr 1633 in Freiburg im Breisgau geboren wurde. WAPPEN UND ADEL DER FAMILIE BRÜGLER Das Wappen der Familie Brügler, welches der Vater Dr. iur. utr. Johann Christoph Brügler 1657, Kam- merrat und Kanzleiverwalter des Erzherzogs Fer- 158
        

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