FRAUENERWERBSARBEIT IM LIECHTENSTEIN DER NACHKRIEGSZEIT / JULIA FRICK Frauen bei der Feldarbeit. Die Zahl der weiblichen Be- schäftigten in der Land- wirtschaft fiel im Zeitraum von 1941 bis 1970 von 13 auf 5 Prozent. Die wirt- schaftliche Bedeutung der Frauenarbeit in der Land- wirtschaft wird durch diese statistischen Zahlen indes nur unvollständig erfasst, arbeiteten doch viele Frau- en unentgeltlich in der Landwirtschaft, zum Bei- spiel im Rahmen eines Fa- milienbetriebs. schaftlichen Betrieb ganz klar festschrieb, nicht zur erwerbstätigen Bevölkerung gezählt. Im zweiten Sektor blieb die Zahl der beschäftig- ten Frauen von den 1940er bis zu den 1960er Jah- ren ziemlich konstant bei 42.4 bis 43 Prozent. Erst 1970 fiel die Beschäftigtenquote auf knapp 36 Pro- zent zurück. Bei den beschäftigten Männern ist im selben Zeitraum eine völlig andere Entwicklung festzustellen: 1941 waren 0.4 Prozent weniger Män- ner im zweiten Sektor tätig als Frauen. Dies änderte sich jedoch rapide, mit jedem Jahrzehnt steigerte sich die Zahl der männlichen Beschäftigten über 10 Prozent; 1970 konnten über 67 Prozent beschäftigte Männer im zweiten Sektor gezählt werden. Auffallend ist der hohe Anteil an Ausländerinnen (und auch Ausländern). So stieg der Ausländerin- nenanteil 1941 von knapp einem Drittel im Jahr 1970 auf beinahe 50 Prozent an. Diese Zahlen, vor allem die statistischen Aufnahmen vor 1970 bezüg- lich der Nicht-Aufnahme von Teilzeitarbeit sind kri- tisch zu hinterfragen. Den stärksten Aufwärtstrend erlebte der Dienst- leistungssektor: Bis 1970 stieg die weibliche Be-schäftigten-Zahl 
von knapp 45 Prozent auf fast 60 Prozent an. Sehr auffallend sind hier die niedrige Anzahl der beschäftigten Männer und der hohe An- teil an Ausländerinnen. Vor allem in den 1950er Jahren übertrumpften die Ausländerinnen die Liech- tensteinerinnen in einem beachtlichen Verhältnis von acht zu drei! Bereits 1941 zeichnete sich diese Tendenz ab, auch 1950 war sie in leicht abge- 18) Vgl. § 3 Abs. 2, Schlusskapitel PGR. 19) Vgl. Gutachten vom 27. März 1957, ELG 1955 bis 1961, S. 115- 117; vgl. auch: Höfling. Die liechtensteinische Grundrechtsordnung, S. 213. 20) Vgl. Art. 48, LGB1. 1974 Nr. 20. 21) Vgl. Bericht und Antrag der Regierung zur Gleichstellung von Mann und Frau. Nr. 1/1997. S. 26: «Die Ehe und Familienrechtsre- form von 1992 brachte im Eherecht (LGB1. 1974 Nr. 20) nachhaltige Änderungen. Bis zur Teilrevision im Oktober 1992 (LGB1. 1993 Nr. 53) hatte der Mann die Entscheidungsbefugnis über die eheliche Wohnung. Die Ehefrau brauchte das Einverständnis des Ehemannes für die Ausübung eines Berufes. Der Familienname richtete sich nach dem Namen des Mannes. ... Mit der Teilrevision fand ein Wandel vom patriarchalischen zum partnerschaftlichen Prinzip statt.» 1 1
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.