nannte Brandschatzung zu zahlen. Blumenegg und das zum Kloster Einsiedeln gehörende St. Gerold belegten die Schweden zusammen mit 9000, Schel- lenberg und Vaduz mit 8000 und 2900 Gulden Kon- tribution, die Reichsgrafschaft Hohenems mit einer nicht bekannten Summe.85 Die schwedische Invasion versetzte die gesamte Region in Panik. Die St. Galler Rheintaler eilten mit Hellebarden und Schlachtschwertern an den Rhein, die Appenzeller kamen mit 800 Mann, die Grau- bündner besetzten die St. Luzisteig und sandten Oberst Molina nach Mailand, um spanische Trup- pen zu erhalten.86 Am 17. Januar 1647 bestätigte der schwedische Oberbefehlshaber von der Schweiz und von Graubünden in Bregenz die Neutralität und Unantastbarkeit ihres Territoriums.87 Das Defensio- nale von Wil beschloss erstmals eine Schweizer Mi- litärordnung und sandte 7000 Mann an die gefähr- dete Grenze zu Österreich sowie zu Vaduz und Schellenberg Am 7. März des Jahres, nachdem Bayern mit Schweden und Frankreich einen halbjährigen Waf- fenstillstand geschlossen hatte, zogen die Besatzun- gen ab. Sie sprengten die Burg auf dem Pfannenberg (heute Gebhardsberg) sowie die Verteidigungsanla- gen an der Klause und Hessen eine Wache auf der den Hohenemsern verpfändeten Neuburg bei Götzis zurück. Am 8. April erschien das Regiment des Feld- zeugmeisters Adrian von Enkenfort in Vorarlberg, zog langsam, vorerst nur mit 400 Mann über Feld- kirch nach Hohenems und errichtete in den folgen- den Monaten Schanzen in der Rheinebene. Nach- dem zuerst Graf Karl Friedrich von Hohenems sein von den Schweden besetztes Vogteischloss Neuburg vergeblich belagert hatte, zwang Enkenfort Kapitän Graham zur Kapitulation gegen freien Abzug. In der ersten Juniwoche entschloss sich der vorsichtig operierende kaiserliche General zum Vorstoss an den Bodensee. In aller Eile wurden die Befestigun- gen und die Stadtmauer von Bregenz notdürftig re- pariert und mit Artillerie aus Gutenberg, Vaduz und Hohenems versehen. Die Miliz wuchs rasch wieder auf 1500 Mann, erhielt neue Musketen und erstmals in diesem Krieg auch Handgranaten. Auch die Reichsherrschaften hatten Mannschaft für die 
Schanzen in Bregenz zu stellen.88 Auf Gutenberg la- gen fünf Knechte der Kompanie Obertanner unter Leutnant Thomas Magloth.89 Im April 1648, es war immer wieder zu Seegefechten und Überfällen der Schweden auf die Uferbefestigungen am Bodensee gekommen, sollte der Vaduzer Landesherr nicht nur die Schattenburg und die Neuburg mit Proviant auf eigene Kosten versehen, sondern erneut eine An- zahl Soldaten aus Hohenems, Vaduz und Schellen- berg für die Verteidigung zur Verfügung stellen.90 Als er sich weigerte, liess ihm der Landesfürst mit- teilen, Graf Königsegg solle in diesem Fall mit der Exekution vorgehen.91 Der langjährige Vogt von Gu- tenberg, Hans Ulrich von Ramschwag, bat erst nach dem Friedensschluss von Münster und Osnabrück im Oktober 1648 um Ablösung durch seinen Sohn Franz Ulrich.92 Wohl hatten die kriegerischen Ereig- nisse für Vaduz und Schellenberg bereits im März 1647 beim Abzug der Schweden mit Ausnahme des Dienstes am Bodensee ihren Abschluss gefunden; umso nachhaltiger sollten sich die Folgen während der kriegerischen Auseinandersetzungen und noch lange danach auswirken. 146
        

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