DIE REICHSHERRSCHAFTEN SCHELLENBERG UND VADUZ IM 30-JÄHRIGEN KRIEG / HERIBERT KÜNG derte die Seuche diesmal in Feldkirch 75 und in Göt- zis, Meschach, Tosters und Altenstädt insgesamt 100 Opfer. 1635, wohl erneut durch Soldaten über- tragen, starben allein im hohenemsischen Lustenau 48, in Feldkirch gar 400 Personen. Es wäre ein Wunder gewesen, hätte die Epidemie Liechtenstein verschont.47 Dies war dann die letzte Heimsuchung durch eine Krankheit, gegen die es ausser der her- metischen Absperrung kein Mittel gab, und eine sol- che erwies sich in Zeiten der Truppendurchmär- sche als undurchführbar.48 
JENATSCH GEGEN ROHAN: MILITÄRISCHE ABSICHERUNG IN VADUZ UND SCHELLENBERG, 1637 1632, Graubünden war zum dritten Mal von den ös- terreichischen Truppen geräumt worden, erschien Herzog Henri de Ronan als französischer Gesandter in Chur. Der Diplomat und Hugenotte war gleichzei- tig beauftragt, 3000 Bündner anzuwerben, ohne vorerst mit diesen und weiteren Truppen aus Frank- reich das Veltlin für Graubünden zurück erobern zu können. Der Staatsminister Richelieu berief den Herzog 1634 nach Paris zurück, sandte ihn aller- dings wegen der schwedisch-französischen Nieder- lage bei Nördlingen im gleichen Jahr erneut nach Graubünden. Wohl wurde der neue Feldzug im Velt- lin zum Erfolg, die Bündner Untertanenlande blie- ben jedoch als Faustpfand in französischer Hand. Deswegen, und weil die Soldzahlungen an die Bünd- ner Regimenter arg in Rückstand gerieten, wandte sich die Stimmung in Graubünden gegen Frank- reich. «... Es war aber klar, dass dies nicht ohne Hil- fe oder zumindest Rückendeckung möglich sein würde. Kontakte zu Spanien und Österreich bestan- den bereits, geknüpft durch ... den ein gewagtes Doppelspiel riskierenden [und in französischen Diensten stehenden] Obersten und Ronan-Vertrau- ten Georg Jenatsch ,..».49 Am 6. Januar 1632 erfolgte eine erste Verstär- kung der Garnison auf der Grenzveste Gutenberg auf 40 Mann. Vogt Ulrich von Ramschwag sprach 44) Welti. Kaspar (wie Anm. 10). S. 263 ff. 45) Handbuch der Bündner Geschichte, Bd. 2, S. 133. 46) Ransperg S. 59 ff, Welti. Kaspar (wie Anm. 10), S. 272 f. und S.315. 47) Ebenda, S. 263. 48) Küng. Krieg (wie Anm. 3), S. 533 ff, Stadtarchiv Feldkirch Nr. 1724. 20. Januar 1633: Stadt an Erzherzogin Claudia; vgl. auch Ransperg. S. 93. 49) Handbuch der Bündner Geschichte, Bd. 2, S. 133, Die wirtschaftli- che Basis des Graubündner Landadels bestand neben der Verpach- tung von Eigengut von allem in den Einkünften der Veitliner Ämter und dem Soldunternehmertum. Vgl. auch Küng, Glanz (wie Anm. 6). 139
        

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