DER SPRACHATLAS FÜR VORARLBERG, LIECHTENSTEIN, WESTTIROL UND DAS ALLGÄU / HUBERT KLAUSMANN 3. Person Singular Indikativ Präsens 
von kosten (also: er, sie, es kostet) lautet (VALTS III 82). Beson- ders zahlreich finden wir dort Karten, die die Bil- dung des Partizip Perfekts 
dokumentieren: gebaut (VALTS III 
92), geschneit (VALTS III 
93), geläutet (VALTS III 
94), gehebt (= gehalten) (VALTS III 95), gebrunnen (= gebrannt) (VALTS III 
96), gereut (VALTS III 97) usw. Auf die Konjugation mancher Verben wird besonders ausführlich eingegangen: So finden wir sieben Karten, die sich den verschie- denen konjugierten Formen des 
Verbs haben wid- men, 
bei lassen sind es sogar acht. Neben dem Verb gehen die Karten ferner ausführlich auf die verschiedenen Bildungen beim Substantiv ein, wo- bei hier oftmals nicht die mittelhochdeutsche, son- dern sogar die noch ältere althochdeutsche (ahd.) Schreibweise als Bezugssystem herangezogen wird. Gefragt wird etwa nach der Entwicklung von ahd. -äri bei Berufsbezeichnungen (vgl. heutige Bil- dungen 
wie Mesner, Metzger, Sattler usw.) oder von 
ahd. -äta in Wörtern 
wie Rechete, Raumete usw. Abgeschlossen wird der Band mit der Doku- mentation der mundartlichen Pluralbildungen von Schaf (VALTS III 
202a), Stall (VALTS III 202b), Mann (VALTS III 
204), Dach (VALTS III 205) und Kind (VALTS III 206a). DIE BEIDEN WORTATLASBÄNDE In der Gliederung der Wortatlasbände unterschei- det sich der VALTS von den zuvor erschienenen vergleichbaren Sprachatlanten grundsätzlich. Die dort übliche Einteilung des Wortschatzes nach Sachgruppen wird ersetzt durch eine Anordnung nach sprachgeographischen Prinzipien. Diese An- ordnung ergab sich aus einer einfachen Notwen- digkeit. Es stand nämlich von Seiten der Geldgeber von Anfang an fest, dass der VALTS nur fünf Bände umfassen wird. Nach den oben vorgestellten Bän- den 1-3 blieben damit für die Kartierung der Un- terschiede im Wortschatz lediglich noch zwei Bän- de übrig. Welche Sachgebiete sollten wir nun aus- suchen, welche weglassen? Da ein Sprachatlas die Aufgabe hat, die wichtigsten sprachlichen Unter-schiede 
im Raum zu dokumentieren, sind wir einen ganz anderen Weg gegangen. Es wurden zunächst wieder alle Antworten zu jeder einzelnen Fra- genummer aus den Fragebüchern herausgeschrie- ben, um herauszufinden, ob man für die «Preisel- beere» oder das «Taschentuch» in unserem Sprach- raum unterschiedliche Benennungen kennt. War dies der Fall, wurden Probekarten gezeichnet. Wenn wir dann auf solchen Probekarten Sprach- räume feststellen konnten, haben wir diese be- nannt und entsprechend geordnet. Wir haben also bei den beiden Bänden zur Wortgeographie bereits die Arbeit gemacht, die normalerweise erst nach der Publikation gemacht wird. Dieses Arbeitsver- fahren garantierte uns aber, dass wir bei unserer strengen Auswahl keine Karten vergessen, die für die Sprachgeographie wichtig sind. Am Ende der gesamten Vorarbeit haben wir versucht, für die etwa 400 ausgesuchten Karten eine Gliederung zu finden. Im ersten Band zur Wortgeographie (VALTS IV) sollten all diejenigen Karten Platz finden, auf denen mundartliche Bezeichnungen auftreten, die noch aus der romanischen Vergangenheit des Alpen- rheinraumes stammen. Es sind also romanische Re- liktwörter 
wie Renne, Brente, Stafel usw. Schliesslich wurden - da noch Platz war - im vierten Band auch noch so genannte Kleinwörter untergebracht wie sos «sonst» (VALTS IV 
190), ä bitz «ein wenig» (VALTS IV 
191), geschwind «schnell» (VALTS IV 198) oder 
auch wädli «weidlich = rasch» (VALTS IV 199) . Der zweite Wortschatzband widmete sich ganz dem deutschen Wortschatz, wobei die Karten in drei Gruppen eingeteilt wurden: 1. Die West-Ost-Gegensätze 2. Die Nord-Süd-Gegensätze 3. Die Kleinräume West-Ost-Gegensätze gibt es in unserem Raum gleich zwei Mal. Erstens gibt es den grossen West- Ost-Gegensatz am Arlberg, der auf zahlreichen Karten erscheint und den alemannisch-bairischen Gegensatz zwischen Vorarlberg und Tirol doku- mentiert. Ein zweiter Gegensatz dieser Art, freilich 107
        

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