ZUM THEATERKONZERN DER ROTTER SOWIE ZUM SCHICKSAL FRITZ ROTTERS / PETER KAMBER fahren wegen ungedeckter Schecks in Frankreich gegen ihn.» Am 7. August 1939 verzeichnete ihn das «Bulle- tin de police criminelle» ohne weitere Bemerkung auf der Liste der nicht mehr Gesuchten («Avis de cessation de recherches»).156 Danach fehlt jede wei- tere Nachricht über Fritz Rotter. Weder in den Ar- chiven von Boulogne-sur-Mer und Boulogne-Billan- court bei Paris - wo es tatsächlich einen «Salle de spectacle» namens «Casino» mit Kino, Theater und Music Hall gab157 -, noch in den Departements- archiven, die für die in Frage kommenden Gefäng- nisse zuständig sind, fand sich eine Nachricht über seinen Tod.158 Auch nach dem Krieg tauchte Fritz Rotter (Schaie) nicht mehr auf.|r>y Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg fasste am 31. Oktober 2005 den Beschluss: «Der Tod des Fritz Schaie, genannt Fritz Rotter, geboren am 03.09.1888 in Leipzig, letzter Wohnsitz nicht be- kannt, seit 1938/1939 in Frankreich vermisst, wird mit Zeitpunkt 31. Dezember 1944 festgestellt.»160 143) Landesarchiv Berlin. Pr. Br. Rep. 030-05. Nr. 2955 (1917-15. Blatt 45 verso (Aktenauszug mit Zitat aus einem Bericht des Polizei- amts Leipzig. Meldeamt. 6. Mai 1915). 144) Aline Valangin mit Briefpapier dieses Pariser Hotels an Rudolf Jakob Humm (27. Mai 1933); Zcntralbibliothck Zürich, Handschrif- tenabteilung, Nachlass Rudolf Jakob Humm, 86.1 (Korrespondenz Ah- ne Rosenbaum-Ducommun. genannt Valangin. mit Rudolf Jakob Humm); vgl. Peter Kamber (wie Anm. 1), S. 37. Anm. 32; Aline Valan- gin und Wladimir Rosenbaum standen im Kontakte zu einem antifa- schistischen Netzwerk. Die abenteuerliche Autoreiso schilderte Aline Valangin in «Interview mit mir selbst»; unveröffentlichtes Manuskript aus dem Nachlass. S. 237-240: diese Reise soll in der geplanten Bio- graphie von Fritz und Alfred Rotter durch den Verfasser beschrieben werden. 145) Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Berlin, Bestand «Bern 2.836: Fürstentum Liechtenstein. Politisches»; Paris, 21. November 1933 (Minislere des Affaires Etrangeres): «Lc Ministere des Affaires Etrangeres a l'honneur de faire savoir ä l'Ambassade d'Allemagnc en reponse ä sa lettre du 11 octobre dernier quo les recherches effec- tuees en vue d'amcner l'arrestation du nomine Schaie Fritz dit Rotter poursuivi ä Berlin-Mitte pour abus de confiance et banquoroute frau- duleuse dont le Gouvernement du Reich a reclame l'extradition, sont demeurees infruetueuses » 146) Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Berlin, Bestand «Bern 2.836: Fürstentum Liechtenstein. Politisches». Bericht des Preussi- schen Justizministeriums, 20. September 1933. 
147) Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Berlin, Bestand «Bern 2.836: Fürstentum Liechtenstein. Politisches», 2. Oktober 1933. 148) Archives Nationales, Paris. F/7/14636/BH, No. 1393, S. 15. 149) Vgl. Peter Kambor (wie Anm. 1). 150) Ebenda. S. 31; Schreiben des «Ministere des Affaires Etrange- res» an die Deutsche Botschaft in Paris vom 18. Juli 1934 (Politisches Archiv des Auswärtigen Amts. Berlin, Bestand «Bern 2.836: Fürsten- tum Liechtenstein. Politisches»). 151) Bürgschaft eines Bürgers des Aufnahmelandcs für einen Einwanderer. 152) Nr. 86, S. 76; Deutsche Exilpresse im Internet unter: http://depo- sit.ddb.de/Harvest/brokors/exil/query-glinipse.htm; ich danke Hans- jörg Quaderer, Schaan, der mich auf diese Seite und die Erwähnung von Fritz Rotter in «Pem's personal bulletins» aufmerksam machte - ohne ihn wäre ich mit meinen Recherchen nicht weitergekommen. 153) Archives Nationales. Paris, F/7/14640/BH. No. 1 620. S. 20. 154) «... six mois d'emprisonnoment.»; Archives departementales du Bas-Rhin, Strassburg, J 8144/38 (cote ABR 1243 W 229); mit herzli- chem Dank an Pascale Verdier, Directrice des Archives. 155) Nr. 169, S. 50; die Exilzeitung «Aufbau» (New York) übernahm am 15. August 1939 (S. 13, 2. Spalte) die Meldung: «Fritz Rotten der ehemalige Berliner Theaterdirektor, wurde im Casino von Boulogne wegen angeblich ungedeckter Schecks verhaftet.» 156) Archive Nationales. Paris. F/7/14641/BH, No. 1659, S. 24. 157) Ich danke Mme Bodoussac von den «Archives municipales» für die Auskunft. 158) Pas-de-Calais, Hauts de Seine; auch nicht in den Archiven des Gefängnisses von Boulogne-sur-Mer. die heute in Longuenesse aufbe- wahrt werden; die Anfrage in den Archives departementales du Val de Marne (zuständig für das Gefängnis Fresnes, unweit von Boulogne- Billancourt) blieb ebenfalls ergebnislos; desgleichen jene in den Ar- chives de Paris für die Gefängnisse der Hauptstadt. Eine Anfrage beim Service central de documentation des französischen Innenministeri- um führte ebenfalls nicht weiter. 1 59) Gelegentlich wurde er verwechselt mit dem gleichnamigen Kom- ponisten, Liedertexter, Drehbuchautor und Schauspieler Fritz Rotter (geboren am 3. März 1900 in Wien; im Exil in den USA; nach dem Krieg in Ascona; gestorben am 11. April 1984 in Zürich). 160) Eine Suchmeldung in der «Berliner Morgenpost» vom 11. Sep- tember 2005 durch die Anwältin von Peter Ullman, dos Neffen von Fritz Rotter, war erfolglos geblieben; freundliche Auskunft von An- drea Enderlein, Potsdam-Babelsberg. Die durch den Historischen Vorein für das Fürstentum Liechtenstein ermöglichten Recherchen des Verfassers haben mit zum Abschluss des lange Zeit blockierten Verfahrens zur Feststellung des Todes von Fritz Rotter beitragen kön- nen. Den Vereinsvorsitzenden Dr. Rupert Quaderer (bis 2005) und Eva Pepic (seit 2005) sowie dem Redaktor des Jahrbuches. Klaus Bie- dermann, sei an dieser Stolle vom Verfasser ein ganz herzlicher Dank ausgesprochen. 99
        

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