REZENSIONEN / INDUSTRIEBETRIEBE UND DIE PRODUKTION FÜR DEN DEUTSCHEN KRIEGSBEDARF Liechtensteinische Industrie- betriebe und die Frage nach der Produktion für den deutschen Kriegsbedarf 1939-1945 RUPERT QUADERER Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein be- auftragte im Jahr 2001 eine Unabhängige Histori- kerkommission (UHK) mit der Untersuchung der Rolle Liechtensteins im Zweiten Weltkrieg. Das Mandat bezog sich auf die drei Untersuchungsberei- che Vermögenswerte, Flüchtlingspolitik und Indus- trieproduktion. Die UHK setzte für die Untersu- chung dieser Themen Forscherinnen und Forscher ein, welche fünf Einzelstudien verfassten. Bisher gab es zu diesem Themenbereich keine umfassen- den wissenschaftlichen Studien. Die Arbeit von Marxer/Ruch ist als UKH-Studie 2 erschienen. Das Autorenteam hatte zwei Fragen- komplexe zu untersuchen, erstens: Produzierten liechtensteinische Industriebetriebe während des Zweiten Weltkrieges für den deutschen Kriegsbe- darfoder für denjenigen anderer Staaten? zweitens: Waren liechtensteinische Industrie- und Handels- unternehmen in irgendeiner Form an «Arisierungs- massnahmen» und Zwangsarbeit beteiligt bezie- hungsweise dafür verantwortlich? Die Untersuchung konzentrierte sich auf drei In- dustriebetriebe der Metallbranche. Die anderen In- dustriebetriebe Liechtensteins wurden in die Unter- suchung nicht einbezogen, weil die zwei Textilfabri- ken und eine Zahnfabrik keine Kriegsprodukte her- gestellt hatten. Die drei ausgewählten Betriebe sind die Maschi- nenbau Hilti OHG, Schaan; die Press- und Stanz- werke AG, Eschen und die Präzisions-Apparatebau AG, Vaduz. Nach einer kurzen Darstellung des For- schungsstandes erläutert das Autorenteam die vier Ebenen der Fragestellung zu den untersuchten Be- trieben: Die Ebene der Betriebe geht der Frage der Kapitalgeber, der Produktionsprogramme, der Ab- satzmärkte etc. nach. Die Ebene der Behörden be- fasst sich vorwiegend mit der Haltung der liechten- steinischen Regierung. Die dritte Ebene bezieht sich auf die aussenwirtschaftlichen Beziehungen und die vierte Ebene widmet sich der Frage der Druckversu- che der Alliierten. Nach der Darstellung der Quel- lenlage werden die Rahmenbedingungen für die liechtensteinische Industrie aufgezeigt. Bei der Quellenlage ist das fast völlige Fehlen firmeneigener Dokumente kennzeichnend. Für die Rahmenbedin-Liechtensteinische 
Industriebetriebe und die Frage nach der Produktion für den deutschen Kriegsbedarf 1939-1945 
Veronika Marxer; Christi- an Ruch: Liechtensteini- sche Industriebetriebe und die Frage nach der Pro- duktion für den deutschen Kriegsbedarf 1939-1945. UHK-Studie 2. Vaduz, Zürich 2005, 153 S. CHF 32.-. ISBN 3-906393-39-2 (Historischer Verein) ISBN 3-0340-8006-6 (Chronos Verlag) 251
        

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