Plan 6: Rekonstruierte Hauptfassade von 1804, im Massstab 1:150 
Halbwalm Dachgeschoss mit Aufzug- laden, beidseits je eine Luzide Viertelstab als Traufgesimse Mansardgeschoss mit Reihenfenster zu Saal Obergeschoss mit Doppel- fenstern zu Kammern Erdgeschoss mit Doppelfens- ter zur Nebenstube und Reihenfenster zur Stube; Profiliertes Gurtgesimse, innenseits als profilierter Brustriegel Kellergeschoss mit Luziden schoss ausgebaut, im Innern war der ursprüngliche Ausbau erhalten geblieben (Plan 5). Das eigentliche Dachgeschoss diente als Lager- raum und wies strassenseits entsprechend einen Aufzugladen auf (Abb. 3). DIE FASSADENGESTALTUNG VON 1804 Die der Strasse zugekehrte Hauptfassade mochte sich zur Bauzeit mit seiner fremd anmutenden Ge- staltung erheblich von den Ruggeller Bauernhäu- sern abgesetzt haben. Über dem ebenerdigen, ge- mauerten Kellergeschoss ruhten zwei Vollgeschosse in Strickbauweise mit vorstossenden Gwettköpfen. Nebst Zwillingsfenstern zur Nebenstube und den Kammern fiel ein breites Stuben-Reihenfenster auf. Auf dessen Brüstungshöhe zog ein profiliertes Gurt- gesimse über die ganze Hausbreite. Das aufgesetzte Mansardengeschoss liess an Hand seines breiten Reihenfensters sogleich einen Saal erahnen. Der Übergang vom Mansardendach zur Traufe des Sat- teldaches schloss in einem Viertelstab-Traufgesim- se (Abb. 2). Zum steilen, südseits zur Hälfte abge- walmten Satteldach zeichneten sich ein Aufzugla- den mit beidseitigem Fenster und je eine Luzide zu 
den beiden traufseitigen Schlupfräumen ab. Auch innerhalb der lokalen Entwicklung von Fassadenge- staltungen hob sich das Zollhaus Ruggell ab. Stube und Saal wiesen noch Reihenfenster auf. Solche wa- ren für die Zeit der Butzenscheiben konzipiert. Mit Aufkommen der neuen helleren Sprossengläser im ausgehenden 18. Jahrhundert gelangten an Neu- bauten nur noch Einzelfenster zur Anwendung. Das Zollhaus erhielt wohl bereits von diesen neuen Glä- sern - das eine lag 1998 noch im Dachgeschoss (Abb. 4). Sie wurden aber in für 1804 antiquierten Reihenfenster angeschlagen (Plan 6). SPÄTERE UMBAUTEN Im ausgehenden 19. Jahrhundert erhielt die Haupt- fassade eine neue Gestaltung. An Stelle des Mansar- dendaches waren die Fassadenwände nun bis zur Traufe des Satteldaches hochgezogen. Der Halbwalm wurde durch einen Giebel und die Reihenfenster durch Einzelfenster ersetzt. Die Strickbaufassaden waren mit einem Rundschindelschirm eingekleidet. In den 1960er-Jahren wurde das Gebäude letztmals innen und aussen erneuert und modernisiert. Die Strickbauwände waren seither verputzt (Abb. 1). 180
        

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