DIE GÄRTEN DES FÜRSTEN ALOYS VON LIECHTENSTEIN / STEFAN KÖRNER ren Schulen nach Eisgrub zu senden.36 1804 wird die Plantage lobend in voller Blüte bezeichnet.37 Dass auch hier ästhetische Massstäbe galten, be- weist die Umsäumung der Plantage mit Hecken, wo «zum Modele lebendige Zäune angelegt, und zu- gleich inzwischen ... ein Saamen Baum von den be- sten Forst Holzen ausgesetzt werden [sollte]. Wel- ches die Plantagen verschönnern, und noch interes- santen [machen] wird».38 Die gezogenen Pflanzen wurden vor allem in den Theimwald, in die Gärten von Eisgrub und Felds- berg und ab 1801 an die Forstämter der Liechten- steinischen Herrschaften geliefert. Der Fürst wies an, zur Begrenzung des «in den k.k. Staaten allge- meinen Holzmangels»39 an allen geeigneten Stellen in den Flerrschaften die neuen Baumgattungen an- zusiedeln. Im Oktober 1803 waren die Baumpflan- zungen in den Herrschaften in so grossem Umfang im Gange, dass auch in anderen Liechtensteini- schen Forstämtern Plantagen gegründet wurden. Spätestens ab Juli 1805 konnten die Baumschu- len mittels eines Pflanzenkatalogs40 ihre Pflanzen zum Verkauf anbieten, was «den Reisenden, und selbst in Rußland, hinlänglich bekannt»41 war. Die Anlagen erscheinen der «Oesterreichischen Natio- nal-Encyklopädie» 1835 als «in Europa einzig in ih- rer Art».42 Der Tauschverkehr von exotischem Pflanzmaterial war nach österreichischem Mass- stab besonders früh und in seinem Umfang unüber- troffen. Die Pflanzensammlungen des Fürsten Niko- laus II. von Esterhäzy in Eisenstadt, des Schwagers Aloys', die in der Zahl der Exemplare mit den Eis- gruber vergleichbar waren, weisen erst um 1816/17 einen regen Tauschverkehr mit ganz Europa auf. Wie bei den anderen Pflanzensammlungen der Erb- lande - die der Fürsten Schwarzenberg, des russi- schen Botschafters Rasumofsky in Wien, der Grafen Harrach in Bruck an der Leitha - galt dieser jedoch das Interesse an der Exotik und Repräsentations- wirkung der Pflanzen als am wichtigsten. 
25) HALW, Hofkanzlei, Regislerband 1802, Miscellen Nr. 47. S.Feb- ruar 1801: Bezug auf: Hofkanzlei. Sig.: A-6/4. 26) Vgl. Hofkanzlei an Joseph Lieska, 30. November 1803; HALW. Hofkanzlei, Sig.: G-3/55. 27) Vgl. HALW, Hofkanzlci, Registerband 1801, Miscellen Nr. 138. 28. April 1801. 28) Vgl. HALW, Hofkanzlci. Registerband 1801, Miscellen Nr. 140. 29. April 1801; Bezug auf: Hofkanzlci. Sig.: W-9/14. HALW, Hofkanz- lei, Registerband 1802. Miscellen Nr. 195, 8. Juni 1802; Bezug auf: Hofkanzlei, Sig.: A-6/4. 29) Vgl. Hofkanzlei an den kaiserlich-russischen Hofrat von Ott. 12. Ju- ni 1802: HALW, Hofkanzlei, Sig.: W-9/23. 30) HALW, Hofkanzlei. Rogisterband 1805, Eisgrub Nr. 17. 19. März 1805; Bezug auf: Hofkanzlei, Sig.: A-6/12. 31) Aufnahme Schots in fürstliche Dienste als Untertan im August 1802 (vgl. HALW. Hofkanzlei, Registerband 1802. Miscellen Nr. 283. 11. August 1802; Bezug auf: Hofkanzlei. Sig.: A-6/1). 32) Vgl. Vertrag zwischen Joseph van der Schot und Fürst Aloys von Liechtenstein: 26. Juli 1802; HALW. Hofkanzlei, Sig.: 1321/840, 1. Teil. 33) Vgl. National-Zeitung. 25. März 1805, Sp. 318. 34) Bericht Joseph van der Schot an Fürst Aloys von Liechtenstein, 17. Juni 1804; HALW. Hofkanzlei. Sig,: 1341/840, 1. Teil. 35) Patriotisches Tageblatt. 16. März 1805 (Nr. 24). S. 93. 36) Vgl. Nota der Hofkanzlei. 4. März 1800, auf: Joseph Lieska an Fürst Aloys von Liechtenstein. 28. Februar 1800; HALW. Hofkanzlei, Sig.; G-3/30. 37) Vgl. Patriotisches Tageblatt. 9. Mai 1804 (Nr. 37), S. 501. 38) Vgl. Theobald von Walberg an Joseph Lieska, 8. September 1801; HALW, Hofkanzlei, Sig.: G-3/41. 39) HALW, Hofkanzlei, Registerband 1801. Miscellen Nr. 57, 21. Fe- bruar 1801: Bezug auf: Hofkanzlei, Sig.: C-8/45. 40) Vgl. Hofkanzlei an Joseph Lieska. 2. April 1805; HALW. Hofkanz- lei. Sig.: G-3/58 (24). 41) Schrämbl, Franz. Anton: Description des prineipaux. parcs et jar- dins de l'Europe avec des remarques sur le jardinage. Bd. III. Deutsch- land (vermutlich Wien) 1812. S. 16. In den Akten findet sich z.B. der Hinweis auf den Besuch des russischen Grafen Blatern, der 1805 die Plantagen bewunderte, vgl. HALW. Hofkanzlci. Registerband 1805, Eisgrub Nr. 10, 1. Februar 1805; Bezug auf: Holkanzlei. Sig.: A-6/11. 42) Oesterrcichische National-Encyklopäclie. Bd. 2, Wien 1835, S. 40. 99
        

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