für 180225 und 180326 nachweisbar. Der von hier be- zogene Tulpenbaumsamen war gefragt, da «wenn er reußiert, die größte Verschönerung für die Gärten gewährt».27 Vom Bankier van der Niel in London be- zogen die Eisgruber Plantagen englische und phila- delphische Samen und Pflanzen.28 Selbst am russi- schen Hof wurde von den Liechtensteinischen Gärt- nern um einheimische Hölzer angesucht, die beson- ders gut zum Bau, als Futtermittel oder Parkbaum zu gebrauchen seien.29 Die Bedeutung der fürstlichen Pflanzenzucht im siebten Jahr ihres Bestehens belegt der Wunsch von Kaiser Franz I. von Österreich «zur Erreichnung ei- nes Arborets in Laxenburg eine Parthie exotischer Forst und Gartenhölzer aus der fürstl. Plantage zu erhalten».30 Die Sammlungen in den Pflanzhäusern an der Wiener Hofburg und im 1754 gegründeten Holländisch-Botanischen Garten in Schönbrunn umfassten vorwiegend Zierpflanzen, die als Presti- ge- und Reputationsobjekte des Kaisers gehalten wurden. Ökonomisch verwertbare Forsthölzer je- doch, die dem kaiserlichen Garten Zierde und wohl Belehrung sein sollten, musste der Kaiser vom Für- sten von Liechtenstein bestellen. Kontaktperson dieses Austausches war Johann Riedl, der seit 1799 für den Laxenburger Garten zuständig war und spä- ter den Garten des Fürsten Reuss in Greiz zum Eng- lischen Landschaftspark umgestalten sollte. SAMMEL- UND STUDIENREISE NACH NORDAMERIKA Neben diesen vielfältigen Bemühungen in Deutsch- land, England und Russland beauftragte Fürst Aloys von Liechtenstein 1802 den Obergärtner des Bota- nischen Gartens der Universität Wien, Joseph van der Schot,31 mit der Durchführung einer Sammel- und Studienreise nach Nordamerika, die noch im selben Jahr beginnen sollte. Schot sollte laut Kon- trakt als Untertan Liechtensteins ökonomisch ver- wertbare Pflanzen sammeln sowie die Agrartechnik studieren. Regelmässig war Pflanzmaterial nach Wien zu versenden.32 Ausdrücklich sollten Pflanzen gesucht werden, die neben dem Forstbau für die 
Landesverschönerung und die Gärten brauchbar seien. Die «National-Zeitung» von 1805 berichtet, dass es ein weiteres Ziel der Expedition war, die vie- len unterschiedlichen Meinungen zur Verwendbar- keit einzelner exotischer Hölzer auf ein wissen- schaftliches Fundament zu stellen.33 Die auf vier Jahre finanzierte und angelegte Reise war schlecht vorbereitet. Franz Boos, k.k. Hofgärt- ner, verfasste für Schot die Reiseinstruktionen und stellte eine Liste des zu besorgenden Pflanzmateri- als zusammen. Auf dem Weg zum Schiff nach Eng- land besuchte Schot eine Vielzahl von Gärten und Sammlungen, mit denen der Fürst in Kontakt stand. Ab Januar 1803 berichteten die Briefe Schots aus Amerika über Indianer, Arzneimittel, Natur, Land und Leute. Erste Samen gelangten im Juli 1803 nach Eisgrub, waren jedoch für die Anpflanzung un- genügend. Schot schrieb 1804 vom Besuch beim US-amerikanischen Präsidenten, Thomas Jeffer- son, dem er die Bestrebungen Aloys' vorstellte: Der Präsident zeigte «viel Wohlgefallen über das von Euer Durchlaucht zum Besten Deutschlands unter- nommene Vorhaben».34 Schon im Dezember 1804 endete die Zusammen- arbeit mit dem Fürsten. Schot hatte sich in Reading niedergelassen und eine eigene Pflanzschule eröff- net, deren Erträge er dem Fürsten zum Kauf anbot. Der Erfolg der Reise für die Eisgruber Pflanzenzucht muss in Frage gestellt werden. Die fürstliche Hof- kanzlei betrachtete 1805 das Unternehmen als ge- scheitert. Insgesamt versandte Schot 130 Kisten und Fässer mit Samen und Jungpflanzen, inwieweit diese für Eisgrub nutzbar waren, ist unklar. ZUCHT EXOTISCHER HÖLZER IN DEN EISGRUBER BAUMSCHULEN Am Rande des grossen Eisgruber Naturgartens und im Theimwald bei Feldsberg befanden sich die Baumschulen für den «mit jedem Jahre reichlicher wuchernden Wald=Schatz».35 Mit den ersten Setz- lingen aus Anhalt-Dessau müssen schon im März 1800 Erfolge erzielt worden sein, da es jetzt schon nicht mehr nötig war, Bäume und Zweige aus ande- 98
        

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