DIE LIECHTENSTEINISCHE LANDESHYMNE JOSEF FROMMELT nun den «jungen Rhein» verherrlichten. Als Bei- spiele hierfür dienen das von Josef Gassner getex- tete und 1896 von Josef Gabriel Rheinberger ver- tonte Stück «Dort, wo am jungen Rhein stolz drei Schwestern stehn», sowie das von Isidor Flopfner geschriebene und von Alfons Brau musikalisch um- gesetzte Stück «Sei mir gegrüsst mein Liechten- stein, das froh sich an die Schwestern schmiegt und zwischen Berg und jungem Rhein die reichen Saatgefilde ...», aber auch das aus der Feder von Johann Baptist Büchel stammende Stück «Am jun- gen, schönen Alpenrhein». Offenbar regte sich heftiger Widerstand gegen die Gruppe um Johann Baptist Büchel, die hauptsäch- lich aus jüngeren Lehrern und Geistlichen bestand. Josef Gassner, der als einer der ersten Textdichter, die Formulierung «junger Rhein» benutzte, ging in der Folge 1916 einen Kompromiss ein und schrieb das nachstehende Gedicht: Liechtensteins Landesfarben Gott mit dir, du stilles Eden, Hier am jungen, deu tschen Rhein! Reichlich segn' er deine Fluren, Trautes, liebes Liechtenstein! Es lebe hoch mein Heimatland, Das schöne Liechtenstein, Die Perle hier im Rhätikon Am jungen, deutschen Rhein! Heil unserm Fürsten, dessen Haupt Der Ahnen Krone schmückt Und der voll Huld und Va tersinn Sein Völklein reich beglückt! Ich lieb ihn recht von Herzensgrund Als Deutscher fromm und treu; Denn Blau und Rot bedeuten ja Die Liebe und die Treu! Das zunehmende deutsch-nationalistische Getöse und die davon beeinflusste politische Entwicklung in Liechtenstein bereiteten offenbar den in der Schweiz lebenden Liechtensteinern gewisse Sorgen. Im 1918 erschienenen «Jahrbuch des Liechtenstei-Giechtenftein'fche 
23olkshnmne SBeveinigtei- £ejt Don ©uftaü St. Matt. C5 CS (5 Cben am jungen SJtfiein Cefmet fich ßieefitenftein 3tn 2dpenf)öf)'n. [: SDie§ tieBe §eimaf[ant> Sin fteiter SSergeSroanb §at ©otte§ weife £anö gür im§ erfefj'n :] Sßo cinft St. Sujien ^rieben nad) Sfhäfien £>tnetn gebracht. [: 2>ort an bem ©renjenfteiti Unb [äng§ bem fcfiönen Stfiein, ©tetjt furchtlos ßiechtenftein 3n Botlfter bracht :] 
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ersetzt durch «Oben am jungen Rhein». Deutlich mehr Echo fand sein Vor- schlag aber erst, als er im selben Jahr in den «Ober- rheinischen Nachrichten» publiziert wurde. 39
        

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