Blume-nstillleben mit Por- trät von Norbert Boccius. Aquarell von Jakob Walter, um 1795. Band 1, Folio V 
rer Nähe des Royal Gardens in Kew bei London nieder, wo er am 11. Dezember 1840 verstarb. Ferdinand Bauer, 1760 geboren, kehrte nach wei- ten Reisen - u. a. mit Kapitän Matthew Flinders nach Australien - nach Wien zurück, wo er sich 
in I litzing, nahe dem «kaiserlich-königlich holländisch-botani- schen Hofgarten zu Schönbrunn» niederliess. Er starb am 17. März 1826. Wann die Brüder Bauer ihre Arbeiten für Nor- bert Boccius begannen, der «sie zu ermuntern und zu naturgetreuen Abbildungen ... benützen such- te», ist nicht genau bekannt.4 Die Arbeiten am Flo- rilegium - dem Codex Liechtenstein - dürften im Jahre 1776 begonnen haben. Das Titelblatt des er- sten Folianten trägt die Jahrzahl 1776. Das einzige datierte Blatt des gesamten Werkes findet sich auf Seite 199 des achten Bandes. Es nennt den Maler: «Franc. Bauer Fecit» und zeigt ebenfalls die Jahr- zahl MDCCLXXV1 (1776). In diesem Jahr hatte Jo- seph das zwanzigste, Franz das achtzehnte und Ferdinand Bauer das sechzehnte Lebensjahr er- reicht. «Es ist denkbar, dass Boccius auch als Leh- rer für botanische Illustrationen wirkte - unter den vielen Hunderten Pflanzenabbildungen im Codex Liechtenstein findet sich eine einzige mit den Buch- staben ANP, die wohl für Admodus Norbertus Poc- cius stehen.f> Mehr als die Hälfte der Abbildungen des Codex Liechtenstein wurde in den folgenden Jahren durch die Brüder Bauer geschaffen. Die herausragende Qualität ihrer Arbeit wurde durch die Nachfolger Ja- kob Walter und Stanislaus Figenschuh bei weitem nicht mehr erreicht. In bewundernswerter Frische und Lebendigkeit zeigen die Brüder Joseph, Franz und Ferdinand Bauer die Pflanzenwelt Niederöster- reichs und Mährens, die auf Feldern, in Gärten und Gewächshäusern im ausgehenden 18. Jahrhundert kultiviert wurde. Zu Recht wird Ferdinand Bauer als der «Leonardo der naturwissenschaftlichen Illus- tration» bezeichnet. Im Jahr 1799 schenkte Norbert Boccius - er fei- erte in diesem Jahr sein fünfzigjähriges Ordensju- biläum - die ersten zwölf Bände des Florilegiums, den «Hortus pictus», Fürst 
Alois I. von Liechten- stein. In einem «Pro memoria», das sich in der Hof- 314
        

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