DIE LIECHTENSTEINISCHE LANDESHYMNE JOSEF FROMMELT Eindruck dieser Begeisterung wurde die Hymne von nun an jeden Abend nach der Vorstellung auf- geführt und auch andere Theater folgten diesem Beispiel. 
nen vorkommt. Die unterschiedlichen Schlüsse wurden in Grossbritannien offenbar seit jeher tole- riert. Es gibt bis heute keine «offizielle» Version der ganzen Hymnen-Melodie. DIE PARTITUR VON THOMAS AUGUSTIN ARNE Die Partitur der Bearbeitung von «God Bless Our Noble King» blieb glücklicherweise im British Mu- seum erhalten.9 Sie zeigt, dass Arne zur Begleitung des Gesanges ein Orchester mit ersten und zweiten Violinen, Bratschen, Celli, Kontrabass und zwei Hörnern gewählt hatte. Die Linie der Hornstimmen wurde leider mit einem Papierstreifen überklebt, als das Notenblatt, nachdem es in der Mitte ausein- andergerissen worden war, repariert wurde. Die Noten sind jedoch schwach lesbar. Den Beschrei- bungen zufolge wurde bei der ersten Aufführung jeder der beiden Teile (Teil 1 sind die Takte 1-6, Teil 2 umfasst die Takte 7-14) zuerst von drei Solo- stimmen, wahrscheinlich mit Cembalo-Begleitung, gesungen und dann vom Männerchor mit voller Or- chesterbegleitung wiederholt. Der barocken Auf- führungspraxis folgend notierte er seine Partitur in hohen Notenwerten (3/2 Takt) und fügte vor der punktierten Note im zweiten Takt einen so genann- ten Vorhalt ein. FORM UND CHARAKTER DER MELODIE Das auffallendste Charakteristikum der Melodie ist der durchgehende Gebrauch des Gaillard-Rhyth- nvus.10 Der erste Teil besteht aus sechs Takten, die in drei zweitaktige Phrasen unterteilt sind, von de- nen die ersten zwei den gleichen Rhythmus aufwei- sen. Der zweite Teil besteht aus acht Takten, die in vier zweitaktige Phrasen unterteilt sind. Signifikant ist die zweitaktige Phrase in den Takten 7 und 8, die in den Takten 9 und 10 als Sequenz einen Ton tiefer wiederholt werden. Die letzten vier Takte bil- den den melodischen Höhepunkt, wobei die Melo- die der letzten zwei Takte in verschiedenen Versio-ZUM 
URSPRUNG DER MELODIE Über den Ursprung der Melodie streiten sich die Musikwissenschaftler." Die Autorschaft ist bis heu- te nicht eindeutig bewiesen. Der erfolgreiche Kom- ponist Thomas Augustin Arne hätte sicher selbst eine eingängige Melodie schreiben können. Dass er dieses Genre beherrschte, bewies er mit der Melo- die zu «Rule Britannia». Für die Stimmung dieser dramatischen Tage in London schien ihm jedoch das Lied «God Save the King», das 1744 in London in der Liedersammlung «Thesaurus Musicus» ohne Nennung eines Komponisten oder Textdichters er- 7) Auf die verschiedenen Veränderungen dos Textos wird hier nicht näher eingegangen. Dieses Thema wird ausführlich von Pcrcy Alfred Scholes in seinem Buch «God save the King». University Press, London 1954, behandelt. S) Übersetzung: «Am vergangenen Samstagabend waren die Zu- schauer im Royal Theater in der Drury Lane angenehm überrascht, als die zu diesem Hause gehörenden Herren die Hymne 
    

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