kratie. Dabei widmet er einen beträchtlichen Teil seines Textes der ausführlichen Darstellung des jüngsten Jahrzehnts der liechtensteinischen politi- schen Geschichte. Er scheut sich nicht, die überaus umstrittene Rolle des Landesfürsten im langwieri- gen Verfassungsstreit um die Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert an den Tag zu legen. Dies tut er, als erfahrener Diplomat, nicht durch kritische Wor- te, sondern durch die einfache Erwähnung der Tat- sachen, wie sie vorkamen. Es scheint mir wahr- scheinlich zu sein, dass nur ein neutraler Aus- senstehender wie David Beattie es sich leisten kann, sich mit den Details dieser unruhigen Zeit im Rahmen der Landesgeschichte zu befassen; die Be- wohner Liechtensteins sind sicherlich allzu sehr in die heute noch wallenden Emotionen verstrickt. Darüber hinaus gelingt es Beattie, den äusserst komplizierten Verlauf der Ereignisse der unseligen Verfassungskrise klar darzustellen. Auch wird in diesem Teil das Verhältnis des Staates zur Kirche betrachtet, nebst der merkwürdigen Geschichte der Schaffung des Erzbistums Vaduz. Im dritten Teil () wird auf etwa 60 Seiten die Wirtschaft des Landes behandelt. In sei- ner Analyse der üblichen Bestandteile betont der Autor die heutige Bedeutung der einheimischen In- dustrie und stellt diese dem berühmt-berüchtigten Dienstleistungssektor als staatliche Einnahmequel- le gegenüber. Ein wichtiger Teil dieses Kapitels ist einem Überblick zum Finanzwesen und dessen in letzter Zeit erfolgten Neuregelung gewidmet. Auch hier packt Beattie auf bemerkenswert geschickte Weise einen weiteren komplizierten Verlauf der Er- eignisse an, diesmal in Bezug auf die internationa- len Attacken auf Liechtenstein, die daraufhin in die Wege geleiteten Untersuchungen sowie die korrigie- renden Massnahmen der liechtensteinischen Be- hörden. Die letzten beiden Teile (: Erfolgte dieser Wechsel schon 1849 oder erst 1862 (vgl. S. 25 bzw. 28)? [Das frühere Jahr stimmt.) In seiner Darstellung der Gerichte auf S. 244 vereinfacht er das gegenwärtige Verhält- nis zwischen schweizerischen und österreichi- schen Richtern in den höheren liechtensteinischen Gerichtshöfen. Als Schreibfehler kommt der Name ) zweimal vor und im Ver- zeichnis der Regierungschefs (S. 386) bekommt Jo- sef Ospelt einen 
    

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