FRANZOSEN KRIEGE 1799: MILITÄR ANLAG EN AUF SAROJA / HANNES MANNHART Rinder und Kühe wurden auf der Stelle beschla- gnahmt und geschlachtet. Während der Besetzungszeit (März 1799) war es sehr kalt. Die Truppenangehörigen froren. So ist es verständlich, dass sie auch das aufbereitete Holz verbrannten. Fanden sie kein solches, zerstörten sie die Ställe. Diese sind in den Schadensmeldun- gen mit «Wiesstall» bezeichnet. Laut Auskunft von Manfred Wanger, Planken, befanden sich diese Ställe im Talgrund auf einer Wiese, die heute noch die Bezeichnung «Ställe» trägt. Daneben wurde auch alles, was irgendeinen Wert darstellte, gestohlen. Vom «Bethes», wie da- mals die Bettwäsche genannt wurde, über «anle- gent hes» (Kleidung) bis «Silber- und Eisenwar» so- wie Geschirr verschwand einfach alles. Die Armee- angehörigen hatten sich so den Lohn für ihren Ein- satz aufgebessert. Einige Soldaten taten dies offenbar lieber, als sich an den Kämpfen zu beteili- gen. Heibert bemerkt in seiner Chronik: «Die mei- sten aber unter den Franzosen haben sich derweil [während der Kämpfe] hier aufgehalten mit Rau- ben und Schänden, sonst wäre es gewiss der ge- fährlichste Tag für das Städtle Feldkirch gewe- sen».11 
mussten, gezogen wurden. Schon das Gehen ent- lang des Flusses war recht mühsam, weil die Ufer noch nicht befestigt waren. 9} Karl Heinz ßurmeister: Die Schlacht bei Frastanz am 20. April 1499. In: Die Schlacht bei Frastanz. 1499. Schriftenreihe der Rheti- cus-Gesellschaft, Heft 2/1999. Feldkirch, 1999. S. 113-126. hier S. 116. - Zu Uli Mariss siehe auch Manfred Tschaikner: Uli Mariss - «Verräter und Wetterdämon». In: JBL 98 (1999). S. 41-48. 10) Rudolf Rheinberger: Ein Dokument aus der Zeit, der Franzosen- kriege. In: JBL Band 97 (1999), S. 187-194. 11) Johann Baptist Büchel: Auszug aus der Chronik dos Jakob Heibert (wie Anm. 4). S. 104. ARBEITSLEISTUNGEN FÜR DIE KRIEGS- PARTEIEN Neben den Verlusten und der nachfolgenden Not mussten die Plankner Bürger aber auch Arbeitslei- stungen für die Kriegsparteien leisten. Die kaiserli- chen Truppen hielten die Festung St. Luzisteig. Die Besatzung musste mit Lebensmitteln, Tierfutter und Munition versorgt werden. Ein Teil dieser Güter wurden offenbar mit Flössen auf dem Rhein trans- portiert. Die österreichischen Truppen zwangen die einheimische Bevölkerung, die Flösse, die im Doku- ment als Schiffe bezeichnet werden, den Strom hin- auf zu ziehen. Talwärts konnten die Flösse mit Ru- dern angetrieben werden. Diese Arbeit war sehr streng und verlangte gros- sen körperlichen Einsatz, da die Flösse mittels Sei- len, die die Ziehenden über die Schulter nehmen 233
        

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