Kompanien Miliz und zwei Kompanien des stehen- den Heeres bestätigt. Saroja büeb bis am 23. März 1799 besetzt. Die kaiserlichen Truppen, die Saroja besetzten, griffen auch in die Schlacht bei Feldkirch vom 22. und 23. März 1799 ein. Dass die Stellung Saroja durch die Franzosen, die ja mit drei Bataillonen Planken besetzt hatten, angegriffen wurde, ist nicht anzunehmen, zumal ein Angriff in den Beschreibungen nicht erwähnt ist. Offenbar plante Massena die Schlacht um Feld- kirch ohne Umgehung der Schanzen. Es zeigt sich aber, dass die österreichische Seite diese Umgehung von Feldkirch für möglich, ja so- gar für gefährlich hielt, sonst hätte sie kaum so vie- le Truppen, die sicher anderswo auch gebraucht worden wären, in dieser abgelegenen Gegend sta- tioniert. Die vorarlbergische Landesverteidigung legte seit der Niederlage in der Schlacht von Frastanz 1499 grossen Wert auf die Verteidigung dieses neu- ralgischen Übergangs. Karl Lleinz Burmeister zi- tiert die Kreyfeuerordnung (Alarmierungssystem der Vorarlberger Miliz, die den Offizieren anläss- lich von Landesbegehungen vorgelesen wurde) von 1652: «alda die Schweitzer herüberkhumen, wie die Schlacht im Frestenzerfeldt in der Herrschaft Sonnenberg an S. Jergen abendt Ao. 1499 besche- chen, welcher Pass von einem Pauern von Schann, der Herrschaft Vadutz, Ulrich bej der Kirchen [Uli Mariss] genandt, verraten».9 
LEIDEN DER ZIVILBEVÖLKERUNG Wie in jeder militärischen Auseinandersetzung hat- te auch in den Koalitionskriegen die Zivilbevölke- rung besonders zu leiden. Die Truppen benahmen sich meist sehr zügellos, besonders wenn sie sich ausserhalb des eigenen Heimatlandes befanden. Fast alle Autoren berichten von Diebereien, von Raub, brutalen Vergewaltigungen, von Mord und Totschlag. Stellvertretend sei hier ein Dokument zi- tiert, das Johann Georg Heibert verfasst und von mehreren Richtern und Geschworenen unterzeich- net ist: «Die erste Forderung war Geld, Wein und alles was man hat; und die eher vergessenen Schwei- zer schämen sich nicht, häufen weis an den Rein zu kommen und auf den Raub zu warten; die Feind nahmen uns alles weisse Tuech und Bethäs, alle kostbare Man und Weibskleider, alle ehernen Hä- fen, das beste Kupfergeschier, Bether und alles der- gleichen wurde den Schweizern zugetragen, die ei- nen Jahr Märt am Rhein hielten und alles aufkauf- ten. Heü und Stroh wurde in die Lager vertragen, alle Schweine und das junge Vieh wurde geschlach- tet, alle Hüener aufgefangen, vier Mann wurden hier auf der Stel erschossen und viele plessiert; sie schendeten die Weiber in Gegenwart der Männer, alte 80 jährige Weiber, 10 jahrige Kinder muessten ein Raub der Tiranen werden, wer sich nicht flüch- tet, wurde misshandelt».10 DIE ER LITTEN HELFEN PLANKENS Auch die kleine liechtensteinische Berggemeinde Planken wurde besonders heimgesucht. Im dorti- gen Gemeindearchiv ist unter dem Titel «Erlitten- heiten» ein Dossier zu finden, das die Schadens- meldungen der Einwohner enthält. Die Dokumente und deren Transkription sind in der Folge wieder- gegeben. Der Bevölkerung wurde alles geraubt, was sie besass. In erster Linie wurden Lebensmit- tel aller Art entwendet. Dies geschah deshalb, weil es mit dem Nachschub für die Truppen nie funktio- nierte. Fanden die Soldaten keine Esswaren, be- dienten sie sich einfach des Viehs: Hühner, Kälber, 232
        

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