FRANZOSEN KRIEGE 1799: MILITÄRANLAGEN AUF SAROJA / HANNES MANNHART Baumästen notdürftig hergestellt wurden. Grebert erkrankte und litt grosse Schmerzen infolge eines angeschwollenen Fusses (So berichtet ein Schrift- stück in den Landesakten.) Es war auch in der Talgegend noch sehr kalt; Erzherzog Karl schreibt am 14. März: .) Auch viele der sonst abgehärteten Mannschaften erkrankten und mussten zuthal gebracht werden. Ehre diesen edeln opfermutigen Männern! Am 16. März kam die notwendige Ablösung: vier Kompanien Landestruppen (die Altenstädter und Rankweiler Milizkompanie und die Klostertaler Schützenkompanie) und 2 Kompanien Infanterie besetzten das Aelpele und den Rojaberg bis 23. März».7 Eine weitere Erwähnung der Anlage ist im Bregen- zer Katholischen Volksvereins-Kalender des Jahres 1885 abgedruckt. Der anonyme Autor hält sich weitgehend an Bitschnaus Ausführungen, bedient sich indes einer etwas moderneren aber auch blu- migeren Sprache. «Greberts Mannschaft leistete eine halbe Stunde hindurch, vor zwei gemachten Verhauen, eine hart- näckige Gegenwehr und zog sich dann hinter die- selben zurück. Allein einige waghalsige Feinde er- stiegen links neben dem Rücken eine für unzugäng- lich gehaltene Anhöhe und feuerten von dort her- ab. Als nun überdies der Feind auch in der rechten Flanke die Unsrigen zu überflügeln drohte, weil ferner von den Jagdbergern, sowie von einer Ab- theilung von Stein und von den Gardiscanern meh- rere getödtet und einige verwundet wurden, zog sich Grebert langsam über das Gebirge zurück. Der Steilhang des Gebirges, der tiefe Schnee und der enge Llohlweg, durch den sich die Soldaten über die Alpe Gavadura und von da auf den Rogensat- telberg Mann für Mann zurückziehen müssen, er- schwert der Rückzug ungemein. Dabei verletzte der beständig nachsetzende Feind noch mehrere Mann. ... Innerhalb eines Zeitraums von 6-8 Tagen wur- den daselbst ein Laufgraben und eine Brustwehr für die Schützen in der Länge von 425 Schritten, 
sowie zur Deckung der rechten Flanke ein ansehn- licher Verhau zustande gebracht. Ein ähnlicher Verhau wurde auf der linken Seite begonnen. Die zur Herstellung dieser Arbeiten erforderlichen Werkzeuge mussten von Frastanz über Amerliegen herbeigeschafft werden. Auf dem nemlichen be- schwerlichen Wege musste auch der zu diesem Transporte von den Standen hiermit beauftragte Josef Anton Hohlenstein die Lebensmittel und die Munition mit Hilfe hiezu aufgebotener Träger hin- aufgeliefert werden. Zur besseren Verteidigung wurden aus Tannen ungefähr 1 '/> Fuss lange Klöt- ze gehauen, wovon jeder Mann drei Stücke in die Brustwehr zu bringen hatte, um dieselben über die steile Anhöhe herabrollen zu lassen».8 Aus diesen Quellen und Darstellungen lässt sich ab- leiten, dass die Besetzung des Gebietes Saroja ur- sprünglich nicht vorgesehen war. Feldmarschall Hotze wollte die südliche Umgehung der Befesti- gungen bei Feldkirch durch die Besetzung von Planken, Schloss Vaduz und Triesenberg verhin- dern. Erst als dies nicht möglich war, respektive Planken von den Franzosen erobert wurde, sah sich Schützenkommandant Grebert gezwungen, Saroja am 9. März 1799 zu besetzen und für eine allfällige Verteidigung einzurichten. Es kann ange- nommen werden, dass die Schützenkompanien (Miliz) die drei Gräben, die übrigen Truppenteile (stehendes Heer) die Flanken besetzte. Insgesamt bezogen also fast 500 Mann in dieser Anlage Stel- lung. Diese Annahme wird durch die Beschreibung der Ablösung vom 16. März durch Zwirner mit vier 5) Benedikt Bilgori: Geschichte Vorarlbergs. Band 4: Zwischen Absolutismus und halber Autonomie. Graz, 1982, S. 198. 6) Josef Bitschnau: Darstellung der merkwürdigen Begebenheilen der letzten französischen Kriege von den Jahren 1796, 1800 bis 1805. in Hinsicht auf das Land Vorarlberg. Hrsg. von Joseph Brenta- no. Bregenz. 1806, S. 222-225. 7) Eberhard Julius Zwirner: Die kriegerischen Ereignisse in Vorarl- berg zu Beginn des Zweiten Koalitionskrieges 1799. Feldkirch, 1912, S. 54-55. 8) Katholischer Volkskalender. Bregenz. 1885, S. 36-37. 231
        

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