FRANZOSENKRIEGE 1799: MILITÄRANLAGEN AUF SAROJA / HANNES MANNHART Gemeinde Eschen gehörende Frastanzeregg von den österreichischen Alpen bewirtschaftet wird.1 Das Engnis der Iiischlucht bildet den Zugang zum Walgau und dem Klostertal. Wer das Letztere be- setzt, kontrolliert den Verkehr über den Arlberg. Wie ein Korken verschliesst die befestigte Stadt Feldkirch diese Schlucht im Westen. Die steilen zum Teil mit Felsen durchsetzten Hügel im Norden machen eine Umgehung der Stadt unmöglich. Süd- lich kann die Stadt über eine Anhöhe umgangen werden. Schon früh wurde dieser Weg aber durch eine Letze gesichert. Weiter südlich erschwert der bis zu den Drei Schwestern ansteigende Grat mit seinen steilen Flanken eine Umgehung. Eine Umgehungsmöglichkeit bietet das Tal der Samina. Der Weg ist aber sehr weit. Man müsste bereits in Triesen über den Triesenberg zum Kulm aufsteigen, in den Steg hinuntergehen, um dann der Samina entlang durch ein enges Tal zu folgen. Die Samina zwängt sich beim Ausgang in den Walgau durch eine Schlucht, die einfach zu kontrol- lieren ist. So ist diese Umgehung ungünstig. Die einzige weitere Stelle, an der dieser Gebirgs- zug noch überquert werden kann, ist der Sarojasat- tel. Der Anmarsch und der Abstieg sind zwar sehr steil. Wege im heutigen Sinne gab es nicht, doch wurde auf beiden Seiten des Übergangs Vieh auf die Alp getrieben. Darum gab es immer irgendwel- che Spuren, denen leicht zu folgen war. Zudem steht sowohl für den Auf- wie auch den Abstieg ein Streifen von mehr als einem Kilometer zur Verfü- gung, was eine Überwachung erschwert. Wird der Übergang nicht auf dem Grat gesperrt, können Fusstruppen diesen Übergang benutzen, um die befestigte Stadt Feldkirch zu umgehen. Dass dies möglich ist, haben die eidgenössischen Truppen 1499 bewiesen. Die Ereignisse sind im Jahrbuch des Historischen Vereins Band 99 beschrieben.2 Auch 1799 wurde diesem Übergang von den öster- reichischen Truppen während der Schlacht von Feldkirch Bedeutung zugemessen, wie in der Folge aufzuzeigen ist. 
SCHRIFTLICHE HINWEISE AUF DIE ERRICHTUNG DER ANLAGE 1799 Alexander Frick stellt in seinem Artikel über diese Anlage auf Saroja fest, dass sie von den kaiserli- chen Truppen erstellt wurde und bemerkt zum Schluss: «Wie weit nun diese Wehranlage auf Gafa- dura ausgebaut wurde, wie lange diese von Solda- ten besetzt war und ob diese vielleicht schon vor 1799 in Anfängen bestanden hat ist heute kaum mehr festzustellen, oder es wäre denn, dass in ir- gend einem österreichischen Kriegsarchiv ein dies- bezüglicher Rapport gefunden würde».3 Der liechtensteinischen Literatur ist über diese Anlage mit Ausnahme des soeben erwähnten Arti- kels von Alexander Frick keine Angabe zur Vertei- digungsanlage zu entnehmen. Der Helbertschen Chronik kann folgender Passus entnommen wer- den: «Es war Samstag, den 9. März. Da war wieder ein Scharmützel ausser Planken beim Tobel zwi- schen den Franzosen und den Kaiserlichen, das aber kaum 2 Stunden dauerte, und die Kaiserli- chen flüchteten über den Berg, und die Franzosen besetzten Planken».4 Von Planken führt aber nur ein Weg über den Berg: Planken - Gafadura - Saro- ja. Eigenartig ist, dass LIelbert die Befestigung nicht erwähnt. Hingegen finden sich in der österreichischen Li- teratur mannigfache Hinweise. Benedikt Bilgeri be- 1) Die Ortsbezeichnungen sind der Swiss Map 50, der elektronischen Landeskarte der Schweiz. Diskette 2. entnommen. 2) Vgl. Alois Niederstätter: Der «Schweizer-» oder «Schwabenkrieg» von 1499. Ursachen, Verlauf und Auswirkungen. In: JBL 99, S. 139-158. sowie Claudius Gurt: Die Schlacht bei Triesen am VI. Februar 1499. Ebenda. S. 159-180. 3) Alexander Frick: Überreste einer Wehranlage aus den Franzosen- kriegen auf Gafadura. In: JBL 49, S 102-105, hier S. 105. 4) Johann Baptist Büchel: Auszug aus der Chronik des Jakob Hel- bert. In: Jahrbuch des Historischen Vereins Liechtenstein (JBL), Bd. 29 (1929). S. 65-138, hier S. 105. - Zur Identität Heiberts - der Verfasser der Chronik war Johann Georg Heibert, nicht Jakob Heibert, - vgl. auch Peter Geiger: Verfasser der Holbert-Chronik aufgespürt. In: JBL 90 (1991). S. 317-328. 229
        

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