alle 2160 Jahre ein neues Zeitalter beginnt, das heisst die Planeten in bestimmter neuer Stellung zu den Tierkreiszeichen stehen.76 Das Stierzeitalter (Stier ist ein Erdzeichen) dauerte etwa von 4000 bis 2000 vor Christus. Ihm folgte das Widderzeitalter, worin die Bronze-, Eisen- und teilweise die Römer- zeit enthalten sind (etwa 2000 vor Christus bis zum Beginn unserer Zeitrechnung). Das Tierkreiszei- chen Widder gehört zu den Feuerzeichen. Das Chri- stentum entwickelte sich im darauffolgenden Fisch- zeitalter (Fisch ist ein Wasserzeichen) und mündet nun in das heutige Wassermannzeitalter (Wasser- mann ist ein Luftzeichen). Alle Elemente, Erde, Feuer, Wasser und Luft sind also immer wieder konstelliert und wirken sich in ihren Elementareigenheiten auch auf den Men- schen aus. Somit ist denkbar, dass der Mensch zur Eisenzeit, und im weitesten Sinne in allen Metallzei- ten, tatsächlich aufgefordert war, neben den vor- handenen Materialien sich auch vermehrt oder in- tensiver mit den Elementen Feuer und Luft sowie mit ihren Eigenheiten auseinander zu setzen. Im alltäglichen Umgang und in den Erfahrungen mit den Elementen stösst der Mensch auch immer wie- der an seine Machbarkeitsgrenzen. Die Gefühlsre- aktionen darauf enthalten somit auch einen Anteil «Ohmnacht», welcher unter Umständen in ein nu- minoses Gefühl umgewandelt wird; numinos auf das Göttliche bezogen, schauervoll und anziehend zugleich und durch den Menschen nicht erklärbar. Der Mensch erlebte und erlebt noch immer jeden Tag und auch nachts in seinen Träumen, dass die Elemente eine Eigendynamik enthalten, die von ihm nicht beeinflusst werden kann. Damit die Spezies Mensch erhalten bleibt, musste er (und muss noch immer) sich mit den Elementen verbinden, eine Be- ziehung zu ihnen aufbauen, mit ihnen in einen Dia- log treten, um mindestens teilweise dieses Uner- klärbare, Numinose zu verstehen und zu lernen, da- mit umzugehen. Dieses numinose Gefühl manifestiert sich also als Anteil der Überlebensstrategie und wurde und wird immer noch in der Lebensgemeinschaft kommuni- ziert. Es entstanden mit Hilfe der Fantasie Gestal-ten, 
welche diese Elemente sichtbar und fassbarer machten. Es ergaben sich religiöse Vorstellungen und es entstanden die Götter. In diesem Sinne ist Re- ligion ganz ursprünglich auch als Ver-Bindung zu et- was Elementarem zu verstehen. Die Göttersprache bedient sich der unbewussten Naturelemente Erde, Wasser, Feuer und Luft und ih- rer Kombinationen. Die Elemente lassen über der Erdoberfläche Wolken, Regen, Schnee, Blitz und Donner, Wärme, Kälte, Regenbogen und Winde, im Erdinneren Mineralien und Erze entstehen. Alle stofflichen Elemente, welche bis in kleinste atomare Form vorkommen, sind enthalten, sozusagen als Buchstaben der Göttersprachen. Der Mensch als Teil der Natur enthält in sich auch alle diese Ele- mente, rein materiell, aber auch symbolisch in Form seiner Gefühle: Erdbeben, Stürme, Über- schwemmungen, Gewitter mit Blitz und Donner, Sonnenschein, Dürre, Hervortreten von Mineralien und Metallen, Vulkanausbrüche sind Äusserungen der Götter, betreffen aber immer in den kleinsten Teilen und in seinen Gefühlen auch den Menschen selbst und sind somit für ihn auch LIinweise auf sei- ne eigene Göttlichkeit, die ihm so vielleicht nicht im- mer bewusst ist. Die Verehrung von Gottheiten bedeutet also auch, mit ihnen in Dialog zu treten. Um diesen Dialog zu führen, musste der Mensch versuchen, die Sprache der Götter zu verstehen und bei sich Möglichkeiten suchen, um sich ihnen mitzuteilen. Er entwickelte Rituale, um die Götter für sich und seine Angehöri- gen günstig zu stimmen. Mittels dieser Rituale kam und kommt der Mensch den Gottheiten näher, ver- suchte ihr Wohlwollen zu erreichen (auch durch Op- fergaben) sowie ihren Willen zu verstehen und aus- zuführen. Bei welchen Gelegenheiten tritt nun der Mensch «normalerweise» mit dem Göttlichen in Kontakt? Oder wann erscheint dem Menschen das Göttliche? Eigentlich jederzeit im Alltäglichen, aber vor allem bei grossen Abweichungen vom Alltag: zum Beispiel bei einer Geburt, beim Tod oder anderen Über- gangssituationen; bei Naturereignissen im Verlaufe 216
        

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