Bronzezeitliche Brand- bestattungen auf dem Areal Kaufmann Auf dem Areal Kaufmann wurden in der Grabungs- kampagne 1983 sieben bronzezeitliche Gräber ge- funden. Das Areal erstreckt sich über die Koor- dinaten -H 4/5 bis -P 4.5fi Die Reste dieser Be- stattungen wurden sowohl in als auch ausserhalb von Gefässen aufgefunden. Die Fundumstände sind aus dem Grabungstagebuch zu entnehmen.57 Ob die verbrannten Knochenreste in einer bestimmten Rei- henfolge in die Urnen kamen, konnte nicht rekon- struiert werden. Die anthropologischen Untersuchungen richten sich nach denselben Kriterien wie bei den eisenzeit- lichen Funden. Sie erfolgten ebenfalls unabhängig von den archäologischen Befunden. 
AUSWERTUNG Verbrennungsgrad Der Leichenbrand aus den sieben spätbronzezeitli- chen Gräbern weist mehrheitlich den Verbren- nungsgrad V auf. Ausnahmen dazu finden sich in al- len Gräbern und an Fragmenten sowohl vom Schä- del als auch von den Langknochen. Die Leichen- brandstücke haben im Verbrennungsgrad IV und V eine oft kreidige Oberflächenstruktur. Vielleicht handelt es sich bei diesem Phänomen um die Reak- tion des verbrannten Knochens mit dem Milieu der Umgebung oder die Bestattungsreste waren zusätz- lich in besondere Materialien (Rinderhaut, Pflan- zenreste, Wolltuch) eingewickelt, wie das von ande- ren Bestattungen bekannt ist.58 Fragmentgrösse und Leichenbrandgewicht Grab 2 und Grab 5 fallen auf durch recht grosse Lei- chenbrandfragmente (max. 51 und 44 mm; die rest- lichen Fragmente sind durchschnittlich als mittel bis klein einzustufen). In Grab 1 befindet sich ein Fragment von 56 mm Länge. Die Fragmentgrösse in den übrigen Gräbern liegt unter diesen Maximal- werten. In Grab 3 und 4 sind die Leichenbrandreste durchschnittlich sehr klein. Die Grösse der Fragmente ist abhängig von ver- schiedensten Faktoren. Es kann sich um das Resul- tat aus Bestattungsbräuchen aber auch um Folgen der Bodenlagerung und der Grabungstätigkeit han- deln. Beim Inhalt von Grab 3 und 4 kann davon aus- gegangen werden, dass das Schlämmen zusätzlich zur Zerkleinerung der Fragmente beigetragen hat. Das Leichenbrandgewicht aus den sieben spät- bronzezeitlichen Gräbern variiert von sieben Gramm (Grab 4) bis 145 Gramm (Grab 2). Die grosse Varia- tionsbreite kann wiederum Ausdruck sein vom Be- stattungsbrauchtum (pars pro toto) oder unvollstän- digem Auflesen des Leichenbrandes anlässlich der Grabung. 200
        

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