BRANDBESTATTUNGEN AUS DER EISENZEIT VOM «RUNDA BÖCHEL» IN BALZERS / MARIANNE LÖRCHER STREUFUNDE AREAL FOSER Im Areal Foser sind etwa 880 Gramm Leichenbrand als «Streufunde» bezeichnet worden. Die Streufun- de aus der Grabeinfüllung vom Frühmittelalter- Grab 144(45 Gramm; Q 0115/0121 bis Q 0115/0126) sind hier auch enthalten. Im Zusammenhang mit der archäologischen Aufarbeitung wurden sie in ei- gentliche «Streufunde» (zirka 700 Gramm) und in Leichenbrand der Fundkonzentrationen 1 und 6 (zir- ka 180 Gramm) aufgeteilt. Die Leichenbrandfragmente wurden anlässlich der Grabung über das gesamte Areal (Quadratmeter F 8 bis T 9) in den Abstichen 1 bis 5 aufgesammelt und inventarisiert. Durch die Kartierung konnte ein erster Überblick über die Verteilung des aufgefun- denen Materials gewonnen werden. Die Auswer- tung erfolgte nach den bekannten Kriterien. Bei der Interpretation ist zu beachten, dass die Zusammensetzung dieser Funde von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Durch die Kartierung wurde sichtbar, dass die Streufunde teilweise in denselben Quadratmetern gefunden worden sind wie die ei- gentlichen Gräber. Die Grabung dauerte über längere Zeit45 und eini- ge Funde wurden nicht oder ungenau datiert und beschriftet. Ausserdem sind die Funde zur anthro- pologischen Auswertung pro Quadratmeter über alle Abstiche zusammengefasst worden, was keinen archäologischen Einheiten entspricht. Es kann also gut sein, dass bei der Grabung die Fragmente nicht vollständig aufgenommen wurden und dass die Zu- sammenfassung nicht der natürlichen Verteilung entspricht. Dazu kommt eine weitere Unsicherheit, indem vielleicht bereits zur Zeit der Bestattungen eine Selektion getroffen wurde (pars pro toto), was jedoch nicht nachzuweisen ist. Eine Zuordnung der Streufunde auch zu den ar- chäologisch sicher definierten Gräbern ist deshalb nicht sinnvoll und könnte nur verantwortet werden, wenn zusammengehörende Fragmente gefunden würden. 
Verbrennungsgrad Da nur drei Verbrennungsgrade rein vorkommen (II, III und V) kann über ein örtliches Temperaturge- fälle nichts ausgesagt werden. Die Fragmente mit Verbrennungsgrad III fanden sich eher am Rand des Areals, diejenigen mit Verbrennungsgrad V im obe- ren Drittel. Praktisch keine Fragmente zeigen Verbrennungs- grad I. Grad IV ist ebenfalls nur bei wenigen Frag- menten zu beobachten. Knochensubstanz mit Ver- brennungsgrad IV bleibt in der Regel nur schlecht er- halten. Die Verteilung der Verbrennungsgrade über das gesamte Areal lässt vermuten, dass es sich bei die- sen Funden wirklich um Streufunde handelt, die durchaus im Zusammenhang mit den Gräbern gese- hen werden können. Bestattungsrituale und Dauer der Benützung des Areals dürften für die Verteilung der Funde mitverantwortlich sein. Fragmentgrösse und Leichenbrandgewicht Die Fragmentgrösse variiert von 64 bis 14 mm für das jeweils pro Quadratmeter gemessene grösste Fragment. Etwa in der Hälfte des Areals überwie- gen durchschnittlich kleine Fragmente. Die restli- chen Fragmente fallen unter die Kategorie sehr klein. Auch hier kann keine Auffälligkeit beobachtet werden, die Hinweise geben könnte auf einen be- sonderen Bestattungsbrauch, wie zum Beispiel in- tentioneile Zerkleinerung der verbrannten Knochen. Das Leichenbrandgewicht zeigt starke Schwankun- gen von 1 bis zu 175 Gramm pro mz. In den Quadrat- metern H 7, H 12, 110 , M 6, P 10 und S 6 sind keine verbrannten menschlichen Knochenreste gefunden worden. Es gab dort lediglich verbrannte und/ oder unverbrannte Tierknochen- sowie unverbrann- te menschliche Knochenfragmente. 44) Lörcher, 200:-!. 45) In Abstich 1 vom 1. bis 16. September 1981, in Abstich 2 vom 7. bis 26. September 1981. in Abstich 3 vom 18. bis 30. September 1981. in Abstich 4 vom 1. bis 18. März 1982 und in Abstich 5 vom 3. bis 7. April 1982. 193
        

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