ZENSUR IM GEBIET DES HEUTIGEN FÜRSTENTUMS LIECHTENSTEIN / WILFRIED MARXER BUCHDRUCKKUNST UND BUCHERZENSUR Die Zensur hatte nach der Erfindung der Buch- druckkunst durch den Mainzer Johannes Guten- berg Mitte des 15. Jahrhunderts eine neue Dimen- sion erhalten, da das Buch zunehmend Massenver- breitung erlangte.23 Das Bildungswesen war im nachmaligen Liechtenstein allerdings noch stark unterentwickelt.24 Erst 1805 wurde die allgemeine Schulpflicht eingeführt. In der Zeit des Hexen- wahns im 17. Jahrhundert betraf somit eine allfäl- lige Zensur insbesondere die gebildeten Leute, vor- rangig auch die Priester, für welche kirchliche Zen- surmassnahmen wirksam waren.2f> Die katholische Kirche kannte zu diesem Zweck das  (Druckerlaubnis) und den [.üi nenfum M A D Jt 1 T Ii EX TYPOGRAPHJEO 
DIDACI D1AZ. SMtr,imm LL* HVIRTA. IM, BC. ix ri '• Titelbild des  aus dem Jahr 1667. Dieses Ver- zeichnis der verbotenen Bücher wurde bis 1966 von der katholischen Kir- che als verbindliche Publi- kation herausgegeben. Es erschien erstmals 1559 und wurde laufend aktuali- siert. Der Index diente den katholischen Reichsherr- schaften - darunter befand 
sich auch das heutige Fürs- tentum Liechtenstein - als Grundlage für Zensur- massnahmen. Dabei gin- gen weltliche und geistli- che Zensur Hand in Hand. 143
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.