in diesem Sinne in ihrer Gesamtheit als «unein- geschränkte romantisch-feudale Gestaltungsfreu- de».110 Hierin zeigte sich die reaktionäre Gestal- tungsweise einer die Restauration des alten Herr- schersystems betreibenden Obrigkeit. Gestalterisch bedient sich diese des Landschaftsgartens, entleert ihn aber inhaltlich und effektiv zur blossen Kunst- form. Die Pflanzungen in den Gärten von Eisgrub und Feldsberg folgten nun einer primär ästheti- schen Komponente, die auf malerische Wirkung ei- ner Landschaft aber nicht auf die Gesamtidee der Gesellschaftsverbesserung abzielte. Denn späte- stens mit dem Niedergang des Heiligen Römischen Reiches war auch der Vernunftsoptimismus der Aufklärung in der deutschen Gesellschaft ge- schwunden. Es hatte sich gezeigt, dass auf die Fra- ge, wie die Welt zu verstehen sei, nicht die reine Ant- wort gegeben werden konnte. Die neue Zeit ver- suchte nicht mehr durch das «schöne Nützliche», wie Bildung und Kunst, Fragen der Gesellschaft zu beantworten. Kunst verlor die Bedeutung als aukto- rial-allwissende Ratgeberin und wurde nicht mehr mit einer positiven oder irgend anders gearteten Mythologie verbunden. Mit der scheiternden Anlage eines Gartens als Allegorie auf die Seelen zeigte Jo- hann Wolfgang von Goethe 1809 in den «Wahlver- wandtschaften», wie unlöslich das Bestreben nach der Verständlichkeit der Welt war, nach deren ratio- naler Verbesserung Fürst Aloys Joseph I. von Liech- tenstein in seinen Gärten noch strebte. 110) Schwarz. Mario: Klassizismus und Romantik auf den Besitzun- gen des Fürsten Liechtenstein. In: Wissenschaftliche Schriftenreihe Nioderösterreich: Architektur des Klassizismus und der Romantik in Niederösterrcich. Nr.62/63 (1982). S. 89-44, hier S. 44. 132
        

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