Carl Schütz und Johann Ziegler. Blick über den Was- serlauf im Rossauer Garten zum Gartenpalais Liechten- stein in Wien, 1802. Der Wasserlauf wurde von einem drei Klafter hohen Wasserfall im Norden des Gartens gespeist, der gegen den fürstlichen Wunsch 1802 durch Gärtner Pro- haska in Angriff genommen wurde. Entgegen der Que- relen in der fürstlichen Ver- waltung zeigt das Blatt ei- nen durchaus stimmigen Englischen Garten. ab: «...weil derselbe mehr zur Zierde und Belusti- gung, als zur Oeconomie angelegt ist».103 Der Plan zeigt die in den Akten beschriebene kleinteilige Neu- anlage der «englischen partie»,104 eine Vielzahl von irregulär verteilten Gehölz- und Rasengruppen so- wie den Wasserkanal. Dieser sollte von einem Fel- senwasserfall, der ein «starkes und angenehmes Geräusch»"15 erzeugen würde, gespeist werden. Ne- ben diesem schwärmerisch-ästhetischen Detail soll- te auch die ökonomische Komponente der Aloys- schen Gärten in der Rossau zum Tragen kommen, indem neben exotischen Bäumen ein kleiner Wein- garten geplant war.106 Dem Fürsten erschienen die Kosten der geplan- ten Umgestaltung zu hoch, deshalb legte er fest, die drei «schon bestehenden und schön lauffenden»107 Achsen des Barockgartens in dem neuen Englischen Garten zu erhalten. Auch die fürstliche Verwaltung sträubte sich vehement gegen die hochfliegenden Umgestaltungspläne des Gartens zu einem intimen Englischen Garten und tat Prohaskas Ideen als «beßtens nur gärtnerische phantasie»108 ab. - Der so provozierte Kompromiss zwischen der Integrati- on von Nutzflächen in einen repräsentativen städti-schen 
Palaisgarten und dem Versuch der Verbin- dung von barockem Grundriss und Englischer Anla- ge musste zu ästhetischen Unstimmigkeiten führen. Die Arbeiten scheinen daraufhin zum Erliegen gekommen zu sein und lassen sich erst wieder 1806 unter Fürst Johann nachweisen. Der damals entstandene Landschaftsgarten integrierte den Teich und die Klippen der Umbauarbeiten unter Aloys. Unter den Wiener Gärten der Vorstädte war um die- se Zeit nur noch der Garten des Palais Rasumofsky an der Landstrasse ganz im Englischen Stil gestal- tet. Die Bestrebungen des Fürsten Aloys, seinen Pa- laisgarten landschaftlich umgestalten zu lassen, sind also in Wien für diese Zeit besonders früh. 128
        

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