DIE GÄRTEN DES FÜRSTEN ALOYS VON LIECHTENSTEIN / STEFAN KÖRNER Der Garten in der Wiener Rossau. Die «Phantasie» vom Lustgarten im englischen Stil Die Umgestaltung der Gärten des Fürsten Aloys be- traf nicht nur die Region um Eisgrub und Feldsberg, sondern wollte als ganzheitliches Bestreben allen Wohnsitzen des Fürsten ein neues Gartenbild ge- ben. Das zeigt auch die geplante und teilweise auch ausgeführte Umgestaltung der Anlagen des Wiener Gartenpalais' in der Rossau. Der Garten im Norden Wiens entstand ab 1687 im Zuge des barocken Gartengürtels adeliger Som- merpaläste, die sich nach der letzten Türkenbelage- rung um die Stadt zu gruppieren begannen. Auf der tiefen Parzelle entstand ein formaler Garten mit drei vom Gartenpalais ausgehenden Achsen. Noch 1784 bot sich der Garten mit der Einteilung des Parterres durch die Kastanienalleen, dem zentralen Fontai- nenbecken und den Skulpturen- und Vasenalleen als weitgehend barocke Anlage. In Vorbereitung der Adaptierung des Gartenpa- lais' als Galeriegebäude für die Liechtensteinischen Sammlungen wurde neben Umbauten und Erneue- rungsarbeiten im Palais 1793 nach Plänen Joseph Hardtmuths ein neues Eingangstor gebaut. Es führ- te den Besucher über den Cour d'Honneur zum Pa- lais und in den Garten, der für das Publikum offen stand. Gärtner des Rossauer Garten war seit 1796 Philipp Prohaska.100 Über ihn heisst es 1812, Fürst Aloys hätte ihn reisen lassen, um Bäume nach deren Art oder Laubwerk gruppieren zu lernen.101 Die Grundlagen des Englischen Gartens waren ihm also vertraut. 1801 fasste Fürst Aloys den Entschluss, «in dem Rossauer Garten neue Parthien, und einen solche durchschlängelnden Wasserlauf anzulegen».102 Pro- haska und wird mit dem Plan beauftragt. Im Begleit- schreiben des Planes verteidigt er seine kostenin- tensiven Planungen mit der Nutzung des Gartens und grenzt die Kunstschöpfung in der Rossau von den Nutz- und Ziergärten in Feldsberg und Eisgrub 
Philipp Prohaska. Entwurf zum Rossauer Garten am Gartenpalais Liechtenstein in Wien, wohl 1801. Der Plan mit dem noch un- veränderten Ehrenhofäb- schluss zeigt die kleinteilige Anlage der «englischen partie» (1801). Neben dem gewundenen Wasserlauf mit der überpflanzten Fel- sengruppe ist der Garten mit einer Vielzahl von stei- nernen Bänken und Skulp- turen dekoriert. Die abge- sonderten Nutzgärten be- finden an den Grundstücks- grenzen. 100) Vgl. HALW Hofkanzlci. Registerband 1796, Miscellen Nr. 164, 14. Mai 1796; Bezug auf: Hofkanzlei. Sig.: G-5/1. 101) Vgl. Schrärabl 1812. S. 12. 102) Vortrag Franz von Haymmerle, 17. Juni 1801; HALW. Hofkanz- lei. Sig.: G-5/9 (215-254). 127
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.