DIE GÄRTEN DES FÜRSTEN ALOYS VON LIECHTENSTEIN / STEFAN KÖRNER Ferdinand Runk. Schloss Feldsberg vom Bennases- berg im Schlossgarten, vor 1824. Der Hauptsitz des Hauses Liechtenstein war bis 1745 unter Domenico Martineiii und Johann Martin Ospelt umgestaltet worden. Fürst Aloys nahm am Barockbau nur geringe Eingriffe vor: Neben dem Anbau des fürstlichen Theaters (1790) sticht die Erbauung der zweiläufigen Freitreppe (um 1793) an der Garten- seite hervor. Schliesslich gestaltete man um 1805 einen Gar- ten, bei dem die Schlängelwege wenigen grosszügig geschwungenen drives gewichen waren. Mit den asymmetrischen Baumgruppen erscheint er mit Selbstverständlichkeit als Englischer Garten und ähnelt den Anlagen, die unter Fürst Johann ab 1805 an den Teichen zwischen Eisgrub und Feldsberg entstanden. Von ihnen unterscheiden sich der Feldsberger Schlossgarten und der Belvederegarten allerdings durch deren Integration von Wein- und Obstgärten, die das aufgeklärte Credo des Nützli- chen atmen. Die neuen Gärten des Fürsten Aloys von Liech- tenstein auf dem Lande folgen einem ganzheitlich ökonomisch beeinflussten Streben nach Nachhal- tigkeit und einem auf alle Bemühungen anwendba- ren Nützlichkeitsgedanken. Von der gekünstelt wir- kenden Lösung führt der Planungsprozess zu ei- nem Garten, der nahezu bescheidene Eingriffe in den Naturzustand der Anlage vornimmt. Barocke Elemente, wie Symmetrie und üppige Fülle, wer- den im generellen Erscheinungsbild verdrängt und programmatisch mit Pflanzungen von Nutzgewäch-sen 
ergänzt. Die Gärten sind wiederum Höhe- und Kompilationspunkt der ökonomisch fortschrittli- chen und ästhetisch richtungsweisenden Muster- gutland(wirt)schaft der Herrschaft. 97) Schmidl 1839, S.20 f. 98) Schiller, Friedrich von: Über den Gartenkalendcr auf das Jahr 1795. Zit. nach: Schiller, Friedrich von: Sämtliche Werke. Bd. 12. Stuttgart, Tübingen, 1847, S. 346. 99) Hirschfeld, Christian-Cajus-Lorenz: Theorie der Gartenkunst. Bd. 5. Leipzig, 1785, S. 157. 123
        

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