GESTALTUNG DER UMGEBUNG DES NATURGARTENS 
GEORGENHAUS BEI DESSAU - EINE MÖGLICHE INSPIRATIONSQUELLE Für die Erkundung der damals erst im Bau befindli- chen Kulturlandschaft um den Garten Eisgrub veran- schlagte das «Patriotische Tageblatt» 1804 mehrere Wochen. Es nennt die Thaya mit ihren Krümmungen eine Hauptzierde des Gartens, die mit leichten Schif- fen, die an verschiedenen Punkten verteilt liegen, be- fahren wurde.85 Die Einbeziehung des Flusses in die Gestaltungen des Gartens und der Landschaft, durch Baumpflanzungen und Dammbau, lässt sich ab 1797 besonders eindringlich aus der Korrespondenz lesen. Im Rahmen dieses veränderten Denkens, dass der Garten nicht an seiner Umgrenzung enden solle, galt es, die «Taya desto mehr zu verschönern»86 und da- bei Wiesen und Felder in die Planung einzubeziehen. In der Folge wurde die Prospektallee mit der daran anschliessenden Plantage gestaltet und die den Gar- ten umgebende Landschaft durch Baumpflanzungen und Bauten verschönert. 
Liessen sich in Einzelformen viele Gärten als Ver- gleichsmöglichkeit für die Eisgruber Anlagen her- anziehen, so fallen besonders viele Parallelen zum ab 1780 entstandenen Garten des Prinzen Hans Jür- ge von Anhalt-Dessau, Georgenhaus bei Dessau, auf. Dieser wurde von Zeitgenossen in seiner Ver- bindung von Natur und Kunst, von Nützlichem mit Schönem weit vor den Anlagen in Wörlitz gerühmt. Bereits Fürst Joseph Wenzel von Liechtenstein (1696 bis 1772) stand als kaiserlicher Gesandter in Berlin in nahem Kontakt zum Hause Anhalt-Dessau. Wie dargestellt, waren die Plantagen des Georgen- hauses ab 1800 die wichtigste Bezugsquelle von Pflanzenmaterial für Eisgrub. Die Vereinbarungen hierzu dürften 1799 beim Besuch des Fürsten Aloys in Anhalt-Dessau gemacht worden sein, da die Plan- tage des Georgenhauses nicht zu den bekannten der Ausländereien, die für den Verkauf anbauten, zähl- Frederic le Bert de Bar. An- sicht des Gartens von Hans Jürge von Anhalt-Dessau bei Dessau mit Monopte- ros, Küchenbau, Georgen- haus und Tempelfassade, 1786. Das so genannte Georgium war Teil des norddeutschen Fürstentums Anhalt-Des- sau, das durch die Anhal- tiner zu einem grossen Gar- ten mit Zier- und Nutzflä- chen umgestaltet wurde. Von hier her bezogen die Liechtenstein neben nord- amerikanischen Pflanzen wahrscheinlich auch zahl- reiche Ideen zur Gestaltung der Gärten mit Bauten und Pflanzungen. 116
        

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