4 Joseph Hardtmuth. Türki- scher Turm mit den umge- benden Glorietten, Badhaus und Wasserspiegel des halbmondförmigen Sees auf der Plaka im Naturgar- ten Eisgrub, um 1803. Zwischen 1797 und 1802 erbaut, ist der Türkische Turm eine der wichtigsten und grössten Bauten der Orientmode, die um 1800 die Gärten Europas faszi- nierte. Die Zeichnung zeigt die um 1803/04 unter Hof- gärtner Joseph Lieska ent- standene Bepflanzung der Plaka mit Exoten. Sie ent- spricht in der Gruppierung der Kronen ganz der Idee des Englischen Gartens. Das Badhaus liegt in der Nähe des halbmondförmi- gen Sees. 
Ein kompositorisches und ästhetisches Bestre- ben dieser Art lässt sich in Eisgrub nicht ablesen. Zwar werden Garten und umgebende Landschaft 1804 als «schönes, mahlerisches Ganzes»** be- zeichnet, gibt es eine Vielzahl von exotischen Archi- tekturen, die sicher auf der von Chambers am stärk- sten beförderten Modeerscheinung exotischer Bau- ten fussen, doch ein grosses intentionelles oder ästhetisches Konzept der Verbindung des Gartens mit den Bauten ist in keiner Weise überliefert. Viel- mehr zeigen die Akten der fürstlichen Hofkanzlei, dass sich die Ideen Aloys' im Planungs- und Baupro- zess vielfach änderten. Im Laufe der Zeit trat jedoch immer stärker der Einfluss des Landschaftsgartens hervor, in den die Architekturen eingebettet waren. Bei der Art der Architekturen im Garten findet sich eine charismatische Vielseitigkeit, die sicher auch in der Unentschlossenheit des Bauherrn begründet liegt. Sie reicht von der renaissancehaften Grotte mit sentimentaler Sinngebung (Wassergrotte der Drei Grazien in der Französischen Partie, 1784/85, Isidor Ganneval), empfindsam-bäuerischen Natur- hütten (Fischerhütte im Tiergarten, 1799; Holzstoss- 83) Patriotisches Tageblatt 2. Mai 1804 (Nr. 35), S. 469. 112
        

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