ZUR ERSTVERÖFFENTLICHUNG DES ROSENBAUM- PLÄDOYERS / NORBERT HAAS eine jede Neugierde an den monströs imaginären Formen (wie der «Sippe»), die eine Gesellschaft zu- sammenhalten, erlöschen muss. Der Katastrophe der Familie Schaie-Rotter entspricht ein bitteres Wis- sen. Wer in diese Katastrophe Aufklärung bringen möchte, befreit sich damit nicht ohneweiteres aus den Schatten der gesellschaftlichen Monstrosität. Wenn es dumm läuft, und es läuft nicht selten dumm, wird der um Aufklärung Bemühte die Mechanismen des Sippendenkens nicht ausser Kurs setzen, son- dern sie eher in ihrer Wirkung noch bestärken. Die drei kleinen eingangs erwähnten Texte sollten in den liechtensteinischen Tageszeitungen erscheinen. Der Chefredaktor einer der beiden Zeitungen hat sie dem Parteivorstand seiner Partei vorgelegt, der eindeuti- ge Weisung gab: Die Texte enthalten Familiennamen, und schon weil das Vorstandsmitglied Soundso über siebzig Jahre hinweg mit zwei Buchstaben aus SRRF verwandt ist, müsse von einer Veröffentlichung ab- gesehen werden. Auch der Chefredaktor der ande- ren Zeitung liess sich einflüstern, dass es besser sei, in der Sache zu schweigen. 24) Siehe Geiger, wie Anm. 14, S. 350. 25) Vgl. für das Folgende: Haas, Norbert: Kleine Rede über ein klei- nes Land. In: Land Sichten. Literatur im Schichtwechsel. Liechten- stein. Hrsg. Roman Banzer. 'Friesen. 2000, S. 71 f. 67
        

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